Message – Internationale Zeitschrift für Journalismus

Specials

    Blog

    Presserecht

    #nr15 Spezial Wenn Texte vor Gericht landen (6. Juli 2015)

    Tatsachenbehauptung und Meinungsäußerung: Wie grenzt man sie ab und formuliert sie?

    von Elina Wiesner/IJK

    Wer journalistisch arbeitet, genießt das Privileg, seine Meinung frei zu äußern und mit hoher Reichweite zu verbreiten. Doch mit diesem Privileg sind auch juristische Gefahren verbunden – wie die Abgrenzung zwischen Tatsachenbehauptung und Meinungsäußerung.

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    Gemeinnützigkeit

    #nr15 Spezial Journalist und Sozialarbeiter? (6. Juli 2015)

    Journalismus auf dem Weg in die Gemeinnützigkeit – viele hohe Hürden, die aber überwunden werden können.

    von Christina Hertel/DJS

    Nonprofit-Journalismus – kann es in Deutschland gar nicht geben, zumindest rechtlich nicht. Spenden an journalistische Projekte können nicht von der Steuer abgesetzt werden, anders als Spenden für Greenpeace oder die Caritas. Wer trotzdem als Journalist gemeinnützig arbeiten will, kann das nur durch Hintertüren. Denn Reportagen und Hintergrundberichte allein reichen nicht aus, es braucht weitere Dienste an der Gesellschaft.

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    Qualität

    #nr15 Spezial Kampfbegriff oder brauchbares Leitbild? (6. Juli 2015)


    Verbirgt sich hinter dem Begriff „Qualitätsjournalismus“ ein einzulösendes Versprechen oder nur eine Floskel, ein Verkaufsargument?

    von Maximilian Ginter/IJK

    Jürgen Kaube, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sieht den Qualitätsjournalismus nicht unter Druck. Allerdings gebe es eine ökonomische Zeitungskrise. Ohne Geld und ohne Zeit könne kein guter Journalismus entstehen. Und überhaupt würden alle Berufsgruppen unter Misstrauen leiden, ob Ärzte, Anwälte oder Politiker, so Kaube: „Medienkritik und noch so ruppige Kommentare im Internet sollten kühler entgegen genommen werden.“

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    In eigener Sache

    #nr15 Spezial Der doppelte "nestbeschmutzer" (6. Juli 2015)

    Die neue nr-Vorsitzende Julia Stein mit dem nestbeschmutzer-Doppelpack / Foto: Wulf Rohwedder

    Message macht Zeitung – Nachwuchsjournalisten bestehen die Feuertaufe
    Um Punkt 0:10 Uhr am noch sehr jungen Samstagmorgen war es geschafft. Der nestbeschmutzer Nr. 2 war auf dem digitalen Weg zu Druckerei und Projektleiter Volker Lilienthal konnte Vollzug aus Hamburg-Lokstedt melden:

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    In eigener Sache

    #nr15 Spezial Message macht den "nestbeschmutzer" (2. Juli 2015)

    Der erste von zwei #nr15-"nestbeschmutzern"

    Premiere auf der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche

    Die Internationale Zeitschrift für Journalismus produziert 2015 erstmals zwei Ausgaben der nr-Tagungszeitung nestbeschmutzer. Die Artikel stammen von Studierenden des Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg.

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    Handwerk | Interview

    Komfort versus Konfrontation (21. Mai 2015)

    Ob im Interview, der Talkshow oder in der Recherche: Fragen sind das wichtigste Handwerkszeug des Journalisten. Aber welche sind wann die richtigen? Die Lösung liegt in der Perspektive des Gegenübers.

    Von Johannes Prokopetz

    Wer? Wie? Was? Wieso, weshalb und warum stellen wir eigentlich Fragen, wie wir sie stellen? Foto: Véronique Debord-Lazaro (CC-BY-SA)

    Immer die richtige Frage zum richtigen Zeitpunkt – das wär’s. Nur ist dieselbe Frage an dem einen Punkt des Gesprächs hilfreich, an dem anderen ein Stopper. Herauszufinden ist, warum? Und: Wonach lassen sich Fragen so unterscheiden, dass sie in einem Gespräch oder Interview strategisch an den Stellen platziert werden können, an denen sie besonders wirksam sind?

    Der in jeder Journalisten-Ausbildung als elementar gelehrte Gegensatz zwischen „offenen“ und „geschlossenen“ Fragen führt interessanterweise nicht weiter. Auch W-Fragen („offene“) können entgegen der reinen Lehre auf Festlegungen zielen („Wie viele Leute waren dort?“, „Welchen Antrag haben Sie unterstützt?“). Und „geschlossene“ Fragen haben oft die Funktion, nicht nur einsilbige Antworten zu provozieren, sondern nach einem ersten „ja“ oder „nein“ ohne weiteren Anstoß zum Erzählen oder Weiter-Erzählen zu animieren. Offenbar ist die Konzentration auf das Formale, auf „Fragepronomen oder nicht“ keine Systematik, die Orientierung für die Praxis bieten könnte [1].

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    Politmagazine

    Zum Tode von Klaus Bednarz (15. April 2015)

    Foto: WDR/Klaus Görgen

    Foto: WDR/Klaus Görgen

    Der Fernsehjournalist Klaus Bednarz ist tot. 18 Jahre leitete und moderierte er das WDR-Politmagazin Monitor. Bednarz starb am Dienstag, 14. April 2015, im Alter von 72 Jahren. Aus gegebenem Anlass veröffentlichen wir an dieser Stelle einen Beitrag aus Message 1/2011, in dem er den Umgang der Senderverantwortlichen mit den „ungeliebten Stiefkindern der ARD“ kritisiert.

    10 Erfahrungen aus (fast) 20 Jahren Monitor

    von Klaus Bednarz

    Nicht nur nach dem Eindruck der Monitor-Redaktion sind die Politmagazine die ungeliebten Stiefkinder der ARD. Sie werden behandelt als Manövriermasse des Programms, hin und her geschoben zwischen den verschiedensten Sendetagen und Anfangszeiten, zugunsten von Sport und Unterhaltungssendungen auch mal ganz aus dem Programm gekegelt und unlängst insgesamt in ihrer Sendezeit drastisch verkürzt. Gäbe es nicht einen bemerkenswerten Anteil von offenbar unverdrossenen Stammzuschauern, wären sie wohl längst aus dem Programm verschwunden.

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    Sprache

    Zustand kritisch?! (Teil 4) (19. März 2015)

    Das Spiegel-Interview (7/2015) mit Christoph Maria Fröhder war eine Abrechnung mit Tagesschau und Tagesthemen. Darin lässt sich der erfahrene Krisenreporter unter anderem über die »sprachliche Verlotterung« aus, schimpft über die Ausdrucksweise von Chefredakteur Kai Gniffke, ständiges Geduze und Grammatikfehler in den Beiträgen. Message fragt nach, was dran ist an Fröhders Kritik, die neudeutsch wohl als analoger (Vorsicht Anglizismus!) Rant durchgehen würde*. Wie steht es um die Sprachpflege im deutschen Journalismus? Redakteure und Sprachwissenschaftler antworten.

    Teil IV

    Bildungs(-klein-)bürgerliches Paradoxon

    von André Meinunger

    Natürlich ist Journalist nicht gleich Journalist – mit einer groben, aber hoffentlich zulässigen Verallgemeinerung kann man als Sprachwissenschaftler jedoch ein Paradox konstatieren. Laut diverser Studien versteht sich eine Mehrheit der im Journalismus Tätigen als politisch eher links-grün. Die Medienmacher begreifen sich demnach also als fortschrittlicher, aufgeklärter, moderner, aufgeschlossener als der gesellschaftliche Durchschnitt. Das gilt wohl für den politischen, kulturellen, weltanschaulichen oder sozio-ökonomischen Bereich. Für die Einstellung zur Sprache gilt – das ist der angedeutete, womöglich scheinbare Widerspruch – das Gegenteil. Die schärfsten Kritiker eines ganz normalen Sprachwandels sind Leute aus dem Bereich der Medien. Wolf Schneider gilt bei einem Großteil der Journalisten als unangefochtene Koryphäe auf dem Gebiet ›gutes Deutsch‹. Der Sprachkritik betreibende Bastian Sick hat als Kolumnen-Schreiber beim bekanntesten Wochenmagazin Kultstatus erreicht. Beide gelten bei Sprachwissenschaftlern als hoch bedenklich.

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    Forschung | Sprache

    Emotion statt Information (19. März 2015)

    Einst galt die Zeitung von gestern als alt, heute sind es die Posts von vorhin. Wie aber schreiben, wenn die Konkurrenz keine Zeitungen, sondern soziale Netzwerke sind? Über journalistisches Texten in Zeiten von Heftig, Facebook & Co.

    von Kerstin Liesem

    Köln, Dienstag, 8.23 Uhr. Beobachtung in der Linie 15 vom Chlodwigplatz zum Barbarossaplatz. 22 Studierende stehen, sitzen oder lehnen im Straßenbahnabteil. Alle haben Smartphones in den Händen. Sieben von ihnen beschäftigen sich mit Facebook. Sie scrollen sich durch die Neuigkeiten ihrer Facebook-Community. Was ihnen gefällt, bekommt ein »Like«. Neun tippen SMS oder beantworten Whatsapp-Nachrichten. Zwei telefonieren. Einer schießt ein Selfie. Drei hören Musik, die von Spotify kommt. Ein ganz normaler Morgen für Angehörige der Generation »always on«.

    Ständige Aufmerksamkeit bedeutet auch Stress. Glenn Wilson, Psychiater am King’s College in London, hat nachgewiesen, dass die Ablenkung durch ständige Text- und Telefonbotschaften eine größere Gefahr für den Intelligenzquotienten und die Konzentration des Menschen darstellt als der Konsum von Cannabis.

    So krass, bei diesem Screenshot musste ich weinen: Mit Babys, Drogen und Riesenspinnen fangen Websites wie heftig.co und BuzzFeed Klicks; statt Berichterstattung gibt es Rührgeschichten.

    So krass, bei diesem Screenshot musste ich weinen: Mit Babys, Drogen und Riesenspinnen fangen Websites wie heftig.co und BuzzFeed Klicks; statt Berichterstattung gibt es Rührgeschichten.

    Dennoch: Wer Studierende befragt, wird kaum jemanden finden, der angibt, sein Smartphone nicht ständig im Blick zu haben. Besonders hoch im Kurs bei den Studierenden steht Facebook. Den hohen Stellenwert dieser Social-Media-Plattform – besonders bei der Generation der 14- bis 29-Jährigen – belegt auch die ARD/ZDF-Onlinestudie 2013: Danach verbringt diese Zielgruppe im Durchschnitt 218 Minuten täglich im Netz, die Hälfte davon in sozialen Netzwerken. Mehr als ein Drittel dieser Zeit (37 Prozent) entfällt allein auf Facebook. Aber längst nicht nur die Digital Natives nutzen das Netzwerk. 27,38 Millionen Menschen in Deutschland waren laut dem Blog allfacebook.de im Januar 2014 auf Facebook aktiv.

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