Wirtschaftsjournalismus
„Nichts ist spannender als Wirtschaft“: Die Krise des Wirtschaftsjournalismus – und warum die Jungen dennoch weitermachen

„Nichts ist spannender als Wirtschaft“ – dieser Werbeslogan der WirtschaftsWoche spiegelt den Optimismus früherer Jahre. Zwar ist es wirklich eine der attraktivsten – und anspruchsvollsten – Spielarten von Journalismus, das Wirtschaftsgeschehen zu beschreiben und zu analysieren. Doch zumindest die spezialisierten Zeitschriften und Zeitungen dieses Segments haben Mühe, ausreichend Käufer zu finden.

Das zeigte sich schmerzhaft, als Anfang 2013 die Financial Times Deutschland (FTD) nach 12 Jahren und rund 250 Millionen Euro Verlusten eingestellt wurde und rund 260 Mitarbeiter, darunter viele hochqualifizierte Journalistinnen und Journalisten, ihre Arbeit verloren. Dass die FTD posthum noch den Henri Nannen Preis erhielt, war da nur ein schwacher Trost.

Deutschland, obwohl eine der stärksten Wirtschaftsnationen mit sehr vielen Managern, hat nicht den Platz und die Nachfrage für zwei Wirtschaftstageszeitungen – so die bittere Erkenntnis. Die Zielgruppe gilt als „zu spitz“.

Dennoch gibt es Verleger und Journalisten, die sich nicht entmutigen lassen und die mit einem trotzigen Dennoch weitermachen. Einige von ihnen lernen Sie hier kennen: Nikolaus Förster, der Impulse nach einem Management-by-out sowohl als Chefredakteur als auch als Verleger übernommen hat, oder Karin Prummer, die inzwischen beim stern arbeitet und die Stories rund um Manager, Profite und Pleiten immer noch „sexy“ findet. Ganz im Sinne des Slogans „Nichts ist spannender als Wirtschaft“.

Die Multimedia-Beiträge dieser Website wurden von Master-Studierenden der Universität Hamburg  in einer Journalistischen Projektwerkstatt unter Leitung von Prof. Dr. Volker Lilienthal erstellt. Kontakt: volker.lilienthal@wiso.uni-hamburg.de.
© 2013 by Universität Hamburg und den Autorinnen und Autoren.

Die Magazinmacher

Neuverleger Nikolaus Förster: Neue Impulse für eine traditionelle Unternehmerzeitschrift

Vom Chefredakteur zum Verleger: Als der Zeitschriftenkonzern Gruner + Jahr das Wirtschaftsblatt „Impulse“ loswerden wollte, schlug der langjährige Chefredakteur Nikolaus Förster zu. Im Januar 2013 kaufte er das Heft samt Internetauftritt und zog mit seinem 25-köpfigen Team nach Hamburg-Hammerbrook. Im Gespräch mit Message Online verrät Förster, wie die Probleme bei diesem sogenannten Managment-Buy-Out überwunden wurden und welche strategische Ausrichtung er der jungen Impulse Medien GmbH geben will.
von Markus Beus
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Die andere Seite der Wirtschaft – Das Hamburger Magazin „enorm“

Das Magazin „enorm“ legt seinen Fokus auf Wirtschaft, Unternehmertum und soziale Verantwortung. Die Redaktion sieht sich einem sogenannten solution oriented journalism verpflichtet. Der Ansatz stammt aus den USA und soll Ideen und Alternativen aufzeigen – für nachhaltiges Wirtschaften, ethischen Konsum und Sozialunternehmertum. Christina Heller und Liske Jaax haben die Redaktion des etwas anderen Wirtschaftsblatts in Hamburg besucht.
von Christina Heller und Liske Jaax
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Krise? Gibt es nicht!

„Ich glaube, dass es keine Krise gibt.“ Laut brandeins-Redakteur Ingo Malcher ist guter Wirtschaftsjournalismus gefragter denn je, das Ende der Financial Times Deutschland kann er nicht nachvollziehen.
von Corinna Dege
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Message-Podium

Junge Wirtschaftsjournalisten

Wirtschaftsjournalismus chancenlos?

Jens Brambusch (40) arbeitet heute als freier Reporter und Berater in Berlin. Zuvor war er bis zum Schluss für die Financial Times Deutschland in Hamburg tätig. Die Einstellung des Blattes findet er bedauerlich, eine wirkliche Überraschung ist sie für ihn jedoch nicht. Im Interview mit Janette Höfer spricht Brambusch über seinen Beruf, die Versäumnisse des Wirtschaftsjournalismus und die Chancen sowie Herausforderungen der digitalen Zukunft.
von Janette Höfer
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Formate

Der Markencheck-Check – Unterhaltsamer Wirtschaftsjournalismus im Test

Wie fair ist H&M, wie billig ist Media Markt wirklich und sind Mc Donalds Burger tatsächlich leckerer als andere? Mit diesen und weiteren Fragen aus der Lebensrealität vieler Zuschauer beschäftigte sich der Markencheck in seinen bisher 15 Folgen. Durch unterhaltsamen Wirtschaftsjournalismus erreicht das Team um Redakteur Detlef Flintz bis zu sechs Millionen Zuschauer. Trotzdem gibt es immer wieder Kritik, die Sendung sei zu boulevardesk. Janis Dietz hat den Markencheck unter die Lupe genommen.
von Janis Dietz, Markus Beus und Martin Maibücher
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