Sicherheit

Exiljournalist:innen in Deutschland: Leben zwischen Herkunfts- und Exilland (5. August 2021)

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Journalist:innen fliehen aus ihren Heimatländern, weil sie dort wegen ihrer Arbeit bedroht werden. Im Exil sind sie zwar in Sicherheit, aber selten glücklich.

von Sinan Yener

Jedes Jahr werden Journalist:innen weltweit aufgrund ihrer Recherchen getötet oder inhaftiert. Ruhollah Zam ist einer von ihnen. Der persische Journalist wurde im vergangenen Jahr wegen seiner Beteiligung an Protesten im Iran hingerichtet.

Unterdrückung, Unsicherheit und Angst zwingen Journalist:innen ins Exil zu gehen. Dort sind sie zwar in Sicherheit, doch das bedeutet nicht, dass sie wie gewohnt weiterleben und arbeiten können. In Deutschland fehlt es ihnen vor allem an Aufmerksamkeit und Unterstützung, wie Interviews mit Exiljournalist:innen aus acht verschiedenen Ländern zeigen, die im Rahmen einer Masterarbeit entstanden sind. Bislang wurde der Exiljournalismus nur wenig erforscht. Die Gespräche mit den Exilant:innen bieten daher interessante Einblicke und zeigen: Die Flucht aus Ländern wie Afghanistan, der Türkei oder dem Iran, ist nur der erste Schritt auf einem schwierigen Weg.

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Can Dündar ist der wohl bekannteste Exiljournalist in Deutschland. Foto: Olaf Kosinsky (CC BY-SA 3.0)

Einer von dutzenden Journalist:innen, die in den vergangenen Jahren aus Sicherheitsgründen im deutschen Exil einen Zufluchtsort gefunden haben, ist Ahmad Walli Temory. „Die Taliban haben meinen 19-jährigen Bruder wegen meiner Arbeit getötet“, erzählt der afghanische Exiljournalist. Die islamistische Terrororganisation Taliban und der IS bedrohen und ermorden Journalist:innen, um kritische Stimmen unter Druck zu setzen. Allein in Afghanistan wurden im vergangenen Jahr acht Journalist:innen wegen ihrer Arbeit getötet. Eine andere afghanische Journalistin, die anonym bleiben möchte, erzählt, dass oft Frauen betroffen seien. Es sei nicht erwünscht, dass Frauen in Afghanistan arbeiteten. Allein im März dieses Jahres wurden dort drei Mitarbeiterinnen eines Fernsehsenders von Islamisten erschossen.

Der türkische Journalist Cevheri Güven erzählt, dass nach dem Putschversuch in seiner Heimat im Jahr 2016 in den sozialen Medien Listen von Journalist:innen kursierten, die verhaftet werden sollten. Unter den Namen sei auch sein Name gewesen, weshalb er mit seiner Familie nach Griechenland floh. Auch dort stand er unter Beobachtung der türkischen Geheimdienste. „Der türkische Botschafter in Athen hat offiziell meine Rückkehr von außerhalb Griechenlands beantragt.“ Daraufhin entschied sich Güven, nach Deutschland zu kommen. In seinem Heimatland läuft wegen mutmaßlicher Beziehungen zur Gülen-Bewegung immer noch ein Verfahren gegen ihn, in dem er zu 65 Jahren Haft verurteilt werden könnte.

Die Situation der Journalist:innen im deutschen Exil

Alle interviewten Exiljournalist:innen geben an, dass sie hart kämpfen müssen, um in Deutschland arbeiten und leben zu können. Sie berichten von finanziellen und sozialen Problemen – etwa aufgrund der Sprachbarriere. Einerseits sind diese Journalist:innen im Exil zwar frei und riskieren nicht, jeden Moment verhaftet, bedroht oder gar getötet zu werden. Auf der anderen Seite verlieren sie ihren im Heimatland oft jahrelang erarbeiteten Status. „Mein Leben wurde zerstört. Ich kann nicht mehr meinen Job ausüben“, berichtet die Exiljournalistin Zübeyde Sari, die in der Türkei jahrelang als Korrespondentin tätig war. Um weiter in ihren Job arbeiten zu können, verließ sie ihre Familie, ihr soziales Umfeld und kam nach Berlin. Hier arbeitet sie für das türkische Exilmedium Özgürüz. Sie macht deutlich: „Keiner von uns hat freiwillig sein Land verlassen. In Europa zu leben ist keine Belohnung für mich, sondern eine Strafe. Ich bin eine Korrespondentin, die vor Ort arbeitet. Meine Waffen sind meine Wörter. Im Moment lebe ich in einem Land, dessen Sprache ich nicht spreche und ich kenne auch dessen Regionen nicht. Jeder soll wissen, dass im Exil leben eine Strafe für uns Exiljournalisten ist.“

Viele der Exiljournalist:innen haben nur eine begrenzte Aufenthaltserlaubnis und stehen somit unter Druck, gleichzeitig die deutsche Sprache zu erlernen und in Vollzeit zu arbeiten. In der Folge müssen Journalist:innen im Exil ihren journalistischen Beruf aufgeben und andere Tätigkeiten ausüben, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Einige der Interviewten gaben an, dass sie deshalb Nebenjobs in einer Bäckerei oder der Automobilindustrie hätten.

„Ich verabscheue niemanden, aber es ist die Realität, denn obwohl du ein professioneller Journalist bist, ist es schwer, deinen Lebensunterhalt zu verdienen. Entweder muss man zusätzliche Arbeit leisten oder auf freiwilliger Basis arbeiten“, klagte die Journalistin Suheyla Kaplan. Einige ihrer Freunde arbeiteten in Reinigungsfirmen oder als Taxifahrer:innen. Aber: „Es ist nicht richtig für Journalisten, nebenbei zu arbeiten. Finanzielle Sicherheit ist unerlässlich, wenn Qualitätsjournalismus gewünscht wird.“

Alle interviewten Journalist:innen berichteten auch von den Schwierigkeiten, ihre journalistischen Aktivitäten fortzusetzen, da sie die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschten. Um deutsche Leser zu erreichen, sind sie auf Hilfe angewiesen, um ihre Berichte ins Deutsche übersetzen und korrigieren zu lassen. Aus diesem Grund bevorzugen sie, für Exilmedien zu arbeiten, für die sie in ihrer eigenen Sprache schreiben können.  Die Zielgruppen der Exiljournalist:innen sind demnach entweder in Deutschland lebende Einwanderer oder Menschen in ihrem Herkunftsland. Um diese aus dem Exil erreichen zu können, gründen Exiljournalist:innen häufig Online-Nachrichten-Plattformen. Das Internet wird damit zum großen Vorteil des heutigen Exiljournalismus. Ein Beispiel ist der vom aserbaidschanischen Exiljournalisten Emin Milli und Aktivisten gegründete Onlinesender Meydan TV. Das Exilmedium erreicht mit einer halben Million Follower zahlreiche Menschen in Aserbaidschan. Ihre Videos würden teilweise innerhalb von drei Tagen drei Millionen Mal aufgerufen. Das zeige ein großes Interesse der Bürger:innen. Der aserbaidschanischer Exiljournalist Hebib Müntezir ist der Meinung, dass Bürgerjournalismus ein großer Erfolg sei, täglich erreichten über 50 Nachrichten mit Bildern und Videos von Bürger:innen die Meydan TV-Redaktion. Es sei jedoch nicht möglich, in Aserbaidschan eine zweite Redaktion zu haben. „Wir hatten Büros in Berlin, Baku und Tiflis. Unser Büro in Baku mussten wir wegen des großen Drucks schließen. Wir haben auch unser Büro in Tiflis geschlossen, denn einem unserer Mitarbeiter wurde dort wegen seiner journalistischen Tätigkeiten ein Sack über den Kopf gezogen und er wurde illegal nach Aserbaidschan verschleppt. Er ist immer noch im Gefängnis“, so Müntezir.

Auch das türkisch-deutsche Onlinemedium Özgürüz, welches von den türkischen Exiljournalisten Can Dündar und Hayko Bagdat gegründet wurde, erreicht mit seiner Berichterstattung über soziale Medien täglich hunderttausende Menschen. Die Einrichtung eines Exilmediums ist jedoch eine große Herausforderung, da Exilmedien in Deutschland stark von Spenden abhängig sind. Da diese aber nur sehr begrenzt zur Verfügung stehen, arbeiten die meisten Journalist:innen bei Exilmedien für einen geringen Lohn. Deshalb sei es schwierig, unter diesen Bedingungen neue Mitarbeiter:innen zu finden, erklärt auch ein anderer türkischer Exiljournalist, der anonym bleiben möchte: „Unsere Kollegen arbeiten mit wenig Gehalt. Deswegen ist es schwierig, jemanden zu finden. Auch Aufenthaltstitel für diese Journalist:innen zu erhalten, ist sehr hart. Es gibt Journalist:innen, die nach Deutschland und zu uns kommen wollen, aber wenn wir keine Aufenthaltstitel für sie bekommen, können sie nicht weiter bei uns arbeiten.“

Auch die Online-Angebote Amal, Berlin! und Amal, Hamburg! wurden von den Journalistinnen Julia und Cornelia Gerlach gegründet, damit Exiljournalist:innen in ihrer Muttersprache schreiben können. Aktuell liegen dort zwar keine Probleme in Hinblick auf die Finanzierung vor. Nichtsdestotrotz könnte es den Gründerinnen zufolge in Zukunft schwierig werden, da das Projekt zunächst nur für drei Jahre finanziert ist.

Mangelnde Unterstützung

Insgesamt sind die interviewten Journalist:innen sehr unzufrieden mit ihrer Situation vor allem in Hinblick auf die Unterstützung aus der deutschen Branche, da deutsche Medien kaum Exiljournalist:innen anstellen. Einige Journalist:innen sind auch der Meinung, dass das Interesse von Organisationen und Stiftungen an ihnen verloren gegangen sei. Diese Organisationen würden zwar zunächst Exiljournalist:innen als Gäste zu ihren Programmen einladen, aber dann vergäßen sie die Bedingungen, unter denen Exiljournalist:innen arbeiten, und welche Schwierigkeiten sie haben, nachdem ihre Programme beendet sind. Der persische Exiljournalist Ehsan Mehrabi meinte, dass es am Anfang seiner Exilzeit ein Interesse von Institutionen und Stiftungen gegeben habe, aber später seien die Kontakte abgebrochen. „Nach zwei Jahren habe ich das Gefühl, dass sie mich ganz vergessen haben“, so Mehrabi. Der syrische Exiljournalist Abdolrahman Omaren ist derselben Meinung: „Am Anfang hatten die Medien Interesse an Exiljournalisten und sie haben Workshops angeboten und unsere Geschichten wurden veröffentlicht. Aber danach ist irgendwie dieses Interesse verloren gegangen und wir wurden vergessen. Die Geschichten von Exiljournalist:innen, die veröffentlich wurden, wurden auch nicht bezahlt.“ Özgürüz-Mitarbeiterin Sari fordert darüber hinaus, Plattformen oder Arbeitsplätze für Exiljournalist:innen anzubieten, wenn man Exiljournalist:innen ernsthaft helfen wolle.  „Die Organisationen veröffentlichen ihre Meinungen über die Türkei und sagen, wir machen uns Sorgen um die Situation der Journalisten in der Türkei. Das bringt uns aber nichts. Wir wollen Lösungen sehen. Kein Mitleid“, so Sari.

Der Exiljournalist Alexsei Bobrovnikov aus der Ukraine sagt: „Wir sind nur hier, um zu helfen. Wir sind nicht hier, um ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen, wir sind hier, um zu tun, was wir wollen, wir sind wachsam und ausgebildet, um zu berichten“, sagt Bobrovnikov.

Rückkehr

Die Mehrheit der Exiljournalist:innen will in die alte Heimat zurückzukehren, aber Krieg und die aktuelle politische Situation in den Heimatländern macht die Rückkehr den meisten Fällen unmöglich. Zermürbend ist vor allem die Ungewissheit, ob und wann sich die Zustände vor Ort verbessern werden. „Der Krieg in Syrien kann sehr lange, 10 oder 20 Jahren dauern, deswegen ist es im Moment nicht denkbar“, so Omaren. Auch Müntezir wartet auf einen Machtwechsel in Aserbaidschan, denn die Zukunft hänge vom Präsidenten Ilham Alijew ab, dessen Familie seit Jahrzehnten im Land herrscht. Wann und unter welchen Bedingungen die Journalist:innen zurückkehren können, ist nicht vorherzusagen.

#nr19 | Sicherheit

Schützenswerte Verräter (15. August 2019)

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EU-Parlament und Bundesregierung haben den Schutz von Whistleblowern verbessert und bewahren sie künftig umfassend vor Strafverfolgung und Repressalien. Die neuen Maßnahmen sind ein wesentlicher Fortschritt, weisen aber noch Schwachstellen auf

von Julian Schröder (mehr …)

Krisenberichterstattung | Sicherheit

„Erst Mensch, dann Journalist“ – Emotionale Belastungen im Journalismus (10. Dezember 2018)

Kriegs- und Krisenreporter begeben sich rund um den Globus in gefährliche Situationen, um darüber journalistisch zu berichten. In Ländern wie Afghanistan, Irak, Somalia oder Syrien ist es für Journalisten oftmals nur ein schmaler Grat zwischen Tod und Überleben. „Keine Geschichte ist es wert, dass ich dafür mein eigenes Leben auf das Spiel setze“, betonte der Reporter Enno Heidtmann  zum Auftakt einer Fachtagung am 9./10. November in Hamburg. Heidtmann ist Vorsitzender des Vereins für journalistische Aufklärung in der Krisen- und Kriegsberichterstattung (VjAKK), der die Tagung zusammen mit dem Alumni-Verein der Hamburger Journalistik ProJournal e.V. ausgerichtet hatte.

 

Von Peer Kuni und Volker Lilienthal

Jay Tuck war in zwei Golfkriegen vor Ort. Er weiß, wovon er spricht: „Ich habe alles gesehen. Tod, Folter, Vergewaltigung. Die Verarbeitung in mir ist 30 Jahre danach noch nicht abgeschlossen“, erzählt der ehemalige ARD-Kriegskorrespondent. Das Bild einer Frau, deren Brüste nach einer versuchten Vergewaltigung abschnitten worden waren, geht Tuck bis heute genauso wenig aus dem Kopf wie das eines US-Soldaten, der nach einem Bombeneinschlag unter einer Mauer schwer verletzt eingeklemmt wurde. Tuck hielt den Kopf des Mannes für etwa fünf Minuten, bis dieser starb. Tuck, gebürtiger US-Amerikaner und lange Jahre auch verantwortlicher Redakteur der Tagesthemen, zeigte sich fatalistisch: „Was du zu deinem Schutz auch tust, ist irrelevant. Wenn Gott oder Allah dich holen will, dann holt er dich.“ Das gilt für Journalisten in Kriegsgebieten noch eher als für die Zivilisten vor Ort. Denn wenn irgendwo etwas passiert, liefen alle erstmal weg. Nur der Kriegskorrespondent gehe den umgekehrten Weg – mittenhinein ins tödliche Geschehen.

„Keine Geschichte ist es wert, dass ich dafür mein eigenes Leben auf das Spiel setze“, sagte der Reporter und Mitveranstalter der Tagung, Enno Heidtmann.

Noch riskanter ist die Arbeit von Ashwin Raman. Er ist schon mittendrin, wenn etwas passiert – und z.B. eine Bombe explodiert. Der gebürtige Inder begleitet als Ein-Mann-Team Soldaten im Krieg und zeigt das alltägliche Kriegsleben aus Sicht der involvierten Personen. Dabei ist Raman, mit einer Kamera ausgestattet, immer an der Frontlinie des Kampfgeschehens unterwegs. Dort geriet er häufiger unter Beschuss. „Ich habe nie die Action gesucht, aber wenn sie kam, ja dann gut“, sagte der heute 72-Jährige. Seine Erlebnisse und dichten Kamera-Beobachtungen verarbeitet Raman dann zu Dokumentarfilmen, die früher im Ersten liefen und jetzt vorzugsweise im ZDF. Die Redaktionen wollten vorher immer ein Exposé sehen, spottete Raman, der in Hamburg seinen Film „Im Kampf gegen den IS“ zeigte: „Ich schreibe also ein Exposé. Das ist ein Märchen, so Wischiwaschi. Weil ich weiß: diese Leute lesen nur die ersten drei Sätze. Keiner meiner Filme ist so geworden wie das Exposé.“ Weil Krieg eben nicht planbar sei. Weil der tödlichen Gefahr immer ein Moment von Plötzlichkeit innewohnt. Den „roten Faden“, den die Redakteure wollten, den gebe es nicht immer im Krieg. Raman macht sein eigenes Ding und ist sich im Klaren, dass er längst tot sein könnte. Einmal hatte ihn der Islamische Staat (IS) im Irak sogar in der Schusslinie. Doch die Terrormiliz kannte Raman und wusste, dass der Journalist einen Film für den deutschen Fernsehmarkt drehte. „Der IS hat mich absichtlich nicht abgeknallt. Die Menschen (in Deutschland) sollten sehen, wie das hier (im Irak) abläuft. Du musst auch Glück haben“, sagte Raman.

Posttraumatische Reaktionen

Dokumentation: Eine umfangreiche Video-Sammlung fast aller Beiträge der Fachtagung finden Sie hier.

 

Dieses Glück hatte eine Kollegin von Petra Tabeling nicht. Sie ließ ihr Leben im Krieg. Tabeling und ihre Kollegin hatten sich durch ein Volontariat bei der Deutschen Welle kennengelernt. „Das macht auch etwas mit einem, wenn man einen Kollegen verliert“, schilderte Tabeling. Heute engagiert sie sich im Dart-Center für Trauma und Journalismus und setzt sich dafür ein, dass jungen Journalisten Strategien der Trauma-Bewältigung frühzeitig nahegebracht werden, zum Beispiel integriert in einem Volontariat. Laut Tabeling wissen Chefredakteure oftmals nicht, welche posttraumatischen Folgen auch bei Journalisten entstehen können, wenn sie mit Themen in Berührung kommen, auf die sie nicht vorbereitet sind. Das bestätigte Ulrike Schaal, Fachärztin für Allgemein- und Notfallmedizin, in ihrem einleitenden Vortrag zu den psychosomatischen Hintergründen: „Der Mensch baut Energie auf, um sich auf eine Gefahrensituation vorzubereiten und um sich zu schützen. So wie der Steinzeitmensch, der dem Säbelzahntiger gegenübersteht.“ Diese Energie werde dann in den Tagen nach dem Ereignis normalerweise langsam wieder abgebaut. Falls nicht, ist das ein Zeichen für eine Traumatisierung und der Mensch sollte sich schnellstmöglich Hilfe holen. Eine Belastungsstörung können sowohl eigentliche Opfer als auch Journalisten erleiden. Auffällige Verhaltensänderungen der Betroffenen sind weitere Indikatoren für eine posttraumatische Reaktion.

Auch Fiona Ehlers war sich der Gefahr der Traumatisierung lange nicht bewusst. Die heutige Spiegel-Auslandskorrespondentin wollte bereits als Praktikantin unbedingt über Kriege berichten. „Mein erstes Mal war der Irak-Krieg. Da habe ich darum gebettelt, dass ich da mitdurfte“, sagte Ehlers, die glaubt, hinterher die eigene Reportage zu schreiben sei eine gute Verarbeitung der erlebten traumatisierenden Situation nennt.

Sicherheit für alle

Das sind die individuellen Lösungen, die jeder für sich sucht. Doch auch die Medienorganisationen, die Reporter in Kriege entsenden, haben eine Verantwortung dafür, dass keine der Personen, die an der journalistischen Arbeit mitwirken, Trauma-Gefahren ausgesetzt sind. Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, hob dies hervor: „Notwendig ist die Sicherheit aller, vom festen bis zum freien Mitarbeiter, vom Stringer bis zum Korrespondenten.“ Die ZEIT-Redakteurin Amrai Coen berichtete davon, dass die ZEIT inzwischen bedarfsweise eine Agentur für „Debriefing“ beauftrage. Dorthin könnten sich dann Kolleginnen und Kollegen wenden, die belastet von einer Reportagereise zurückkehrten. Gabriele Kostorz, Leiterin Ausland und Aktuelles beim NDR Fernsehen, verwies u.a. darauf, dass die ARD in Tom Sievers einen eigenen Sicherheits-Koordinator habe. Kostorz betonte auch, dass der Schutz des eigenen Lebens immer wichtiger sei als die Berichterstattung.

Message-Herausgeber Volker Lilienthal hatte als Vorsitzender des Vereins ProJournal zu der Tagung eingeladen.

In einem Land wie Pakistan ist das allerdings ein Dilemma, denn die Journalisten und Journalistinnen dort arbeiten mitunter trotz Todesdrohungen von Islamisten und müssen ihren Medien dennoch Bilder und Texte liefern. „Der Stress beginnt schon, wenn der Reporter rausgeht und die Redaktion etwas von ihm erwartet“, erklärte Nusrat Sheikh von der Deutschen Welle Akademie. Die Journalisten in Pakistan hätten keine Jobsicherheit und begäben sich daher aus Verzweiflung viel eher in Gefahrensituationen. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit unterhält die Deutsche Welle Akademie zusammen mit lokalen Partnern ein Shelter-Programm in Karatschi, einer Metropole mit 14,9 Millionen Einwohnern.

Deutsche Journalisten, auch wenn sie im Ausland im Einsatz sind, arbeiten da unter vergleichsweise guten Arbeitsbedingungen. Doch auch sie müssen sich genau vorbereiten, um Gefahren in Kriegsgebieten vorzubeugen. Zur Einsatzvorbereitung gehört unter anderem ein Erste-Hilfe-Set mit Druckverbänden, ein zweiter Reisepass und ein altes Nokia-Handy für die Kommunikation, dass nicht von Feinden geortet oder abgehört werden kann. Auslandsjournalist Michael Obert hält nicht viel davon zu glauben, Deutsche in Not würden  irgendwie in Sicherheit gebracht: „Die deutsche Botschaft und andere Organisationen sind im Ausnahmefall nutzlose Kontakte. Wenn es richtig ans Eingemachte geht, sind die lokalen Menschen die besseren Kontakte als die großen deutschen Institutionen.“ Insbesondere lokale Notfallnummern können demnach über Leben und Tod entscheiden. Und hoffentlich viel von interkulturelle Kompetenz, die helfe, brenzlige Situationen zu deeskalieren und gar nicht erst entstehen zu lassen.

Anti-traumatischer Blitzableiter

Denn trotz der Gefahren für Leib und Leben müsse ein Journalist den Spagat zwischen eigenem Schutz und der Nähe zu den Menschen wagen. Nur so entstehe authentische Nähe. „Ich glaube, dass ich eine wirklich gute Geschichte nur schreiben kann, wenn ich sie spüre. Und dafür muss ich aufmachen“, sagte Obert in Hamburg. Als seinen anti-traumatischen Blitzableiter bezeichnet

Für Reporter Michael Obert gilt die Devise: „Erst Mensch, dann Journalist.“

Obert sein Notizbuch, in dem er alle Erzählungen dokumentiert. Wichtiger noch: Michael Obert will nicht nur berichten, sondern auch helfen. Nach einer Reportage 2013 aus Folter-Camps auf dem Sinai sammelte Obert, zurück in Deutschland, Geld für einen schwer verstümmelten jungen Mann – seine Peiniger hatten ihm beide Hände genommen -, organisierte eine OP in München. Der Mann konnte in Deutschland bleiben und ist laut Obert heute Ingenieur bei Siemens. Den häufig als Dogma missverstandenen Ausspruch von Hanns Joachim Friedrichs „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten“ hält er für eine „unsägliche These“. Aus welchem Jahrhundert die denn sei? Für ihn, Obert, gelte: „Erst Mensch, dann Journalist.“ Die ZEIT-Journalistin Amrai Coen sprach einmal mit einem Vater, der seine Tochter und seine beiden Enkel durch einen Mitnahmesuizid seines Schwiegersohns verlor. Während der Vater die Geschehnisse durch das Gespräch mit Amrai Coen verarbeitete, halfen der Journalistin wiederum Gespräche mit den eigenen Eltern und ihrem Lebenspartner. Das Beispiel weist hin auf die leiseren Fälle als Krieg, in denen zuzuhören für Journalisten emotional belastend sein kann. Ein anderes Beispiel, das auf der Tagung genannt wurde, sind viele und lange intime Interviews mit Müttern, die ihre Kinder verloren haben.

Traumatisierung ist eben nicht nur eine Gefahr, gegen die sich Kriegsreporter wappnen müssen. „Traumatisierung, gibt es nicht nur in Kriegsgebieten, sie kann auch den Ursprung vor der Tür haben“, sagte Mitveranstalter Enno Heidtmann und meinte damit die emotional belastende Berichterstattung von Katastrophen wie z.B. nach Bahn-Unglücken oder gar Terror-Anschlägen. Reporter, die auf Demos von Rechten bedroht oder sogar geschlagen werden – auch das ist Alltag im deutschen Journalismus, auch das gehört zu den Traumagefahren bei der Berufsausübung. Je emphatischer eine Berichterstattung ist, desto gefährdeter ist auch der Journalist – eine Erfahrung, die auch viele Lokaljournalisten bei der Berichterstattung über die Schicksale von Flüchtlingen gemacht haben.

Empathie? Sollten Journalisten nicht vor allem Distanz beweisen? Nicht unbedingt, so die Trauma-Therapeutin und Journalisten-Trainerin Fee Rojas: „Ich bin kein schlechterer Journalist, sondern ein besserer, wenn ich betroffen bin.“

 

 

Ausland | Interview | Sicherheit

„Unsere Situation hat sich nicht verbessert“ (18. Dezember 2017)

Alexei Bobrovnikov (37) mit Anastasia Galuschenko (19), der Tochter des verstorbenen Andrij Galuschenko.

Investigativer Journalismus in der Ukraine

Alexei Bobrovnikov (37) mit Anastasia Galuschenko (19), der Tochter des verstorbenen Andrij Galuschenko.

Alexei Bobrovnikov (37) mit Anastasia Galuschenko (19). Die Tochter des verstorbenen Andrij Galuschenko besucht ihn im Exil. // Foto: Alexander Salenko

Der ukrainische Journalist Alexei Bobrovnikov recherchierte Ende August 2015 zum Schmuggel zwischen ukrainischen Truppen und den Separatisten im Donbass. In seinem beruflichen Umfeld kam es zu mehreren ungeklärten Todesfällen. Er selbst erhielt ebenfalls Morddrohungen. Seit einem Jahr ist Bobrovnikov Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte. Im Message-Interview rekapituliert der Invetigativjournalist, wie es zu diesem – hoffentlich vorübergehenden – Exil kam.

Herr Bobrovnikov, Sie mussten ihre Heimat, die Ukraine, im vergangenen Winter verlassen. Was war der Grund?
Bobrovnikov: Seit September 2015 gab es eine Reihe von Einschüchterungsversuchen und Morddrohungen gegen mich, unter anderem von Angehörigen der 92. Brigade der ukrainischen Armee. Diese Leute werden verdächtigt, meinen Informanten Andrij Galuschenko getötet zu haben. Galuschenko bekämpfte im Auftrag der ukrainischen Regierung den Schmuggel an der Front.

Die Armee behauptet, die Separatisten seien schuld an seinem Tod.
Der Angriff auf die Gruppe von Galuschenko fand in einem Gebiet statt, in dem die Präsenz von Feindtruppen nicht mal theoretisch möglich ist. Auch ein Hauptmann der 80. Brigade, Wolodymyr Kijan, verdächtigte die 92. Brigade, Galuschenko ermordet zu haben. Er ist nur einen Tag nach Galuschenko im selben Gebiet unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen.

Ein Gericht hat die angeklagten Angehörigen der 92. Brigade vor kurzem freigesprochen. Was denken Sie über dieses Urteil?
In den vergangenen zwei Jahren haben meine Mitstreiter und ich versucht, die Ermittlungen nachzuvollziehen. Unser Team konnte so verhindern, dass die Verantwortung für den Galuschenko-Mord einem unschuldigen Mann zugeschoben wurde, der zum Zeitpunkt der Tat Hunderte Kilometer entfernt war. Erst später ermittelten die Behörden in eine Richtung, die mit unseren Erkenntnissen übereinstimmte: Motiv und Möglichkeit zum Mord an Galuschenko hatten nur die Angehörigen der 92. Brigade. Darüber, warum sie jetzt freigesprochen wurden, möchte ich nicht spekulieren.

Sie haben damals beim TV-Sender 1+1 gearbeitet. Konnten Sie frei über das heikle Thema berichten?

In den sieben Monaten nach dem Tode von Galuschenko haben wir etwa zehn TV-Beiträge zum Schmuggel und zu den unaufgeklärten Morden im Zuständigkeitsbereich der 92. Brigade veröffentlicht. Aber als wir Zugang zum Rechner von Galuschenko bekamen und dort belastendes Material gegen das Polizeibataillon Kiew-2 fanden, baten mich Verantwortliche des Senders, mit der Veröffentlichung neuer Rechercheergebnisse zu warten und weitere Recherchen einzustellen. 1+1 verhinderte in der Folge die Veröffentlichung meiner Beiträge und ließ mich nicht mehr vernünftig arbeiten.

Sie wurden kaltgestellt…
Es kommt noch besser: Wenig später kam der Sender auf die Idee, Angehörige von Armee und Polizei mit Auszeichnungen für „Vertrauen und Zusammenarbeit“ zu ehren, darunter die Kommandeure von Kiew-2 und der 92. Brigade. Dem Sender war bekannt, dass beide unter dem Verdacht stehen, Morde angeordnet zu haben. Ich habe diese Preisverleihung öffentlich kritisiert, aber mich intern gegen die Zensur zur Wehr zu setzen, hatte keinen Sinn.

Wie ging es für Sie weiter?
Ich habe unter der Bedingung, dass ich das gesamte Video-Material zu dem Fall mitnehmen kann, die Kündigung unterschrieben. Es sind Beweisstücke.


Ist dieser Druck seitens des Senders typisch für den Journalismus in der Ukraine?

Total. Untypisch war eher die Tatsache, dass ich an diesem Fall sieben Monate lang frei arbeiten konnte.

Wie üben Sicherheitskräfte oder Armee Druck auf Medien oder einzelne Journalisten aus?
Es kommt zu Anrufen in der Redaktion. Das können Drohungen sein oder auch Anfragen an Vorgesetzte oder Eigner, die in irgendeiner Weise mit hochrangigen Politikern in Beziehung stehen.

Hat man nur Ihnen oder auch Ihrer Familie gedroht?
Es gab seltsame Anrufe bei meiner Mutter. Gedroht wurde nicht, nur darauf hingewiesen, dass man die Telefonnummer kenne und die Lage überwache. Das Telefon klingelte, sobald Bewegung in den Fall kam. Zum Beispiel als ein Vertreter der Militärstaatsanwaltschaft im Fernsehen die Vermutung äußerte, dass ich das nächste Ziel der Mörder sei. Mich daraufhin unter Zeugenschutz zu stellen, hat die Staatsanwaltschaft abgelehnt.

Welche Maßnahmen haben Sie getroffen, um sich zu schützen?
Kurz nach dem Tod von Andrij habe ich Teile eines Interviews mit ihm veröffentlicht, um unsere Gruppe zu schützen, die zu dem Zeitpunkt noch an der Front gearbeitet hat. Ich gehe mit Absicht an die Öffentlichkeit, denn solange ich explizit nur über den Fall berichte und mir dabei etwas zustößt, wäre die Motivlage der Täter eindeutig. Nur die größtmögliche Öffentlichkeit kann Journalisten in der Ukraine eine Art Schutz bieten.

Wessen Interessen darf man als ukrainischer Journalist auf gar keinen Fall offenlegen?
Um das zu erfahren, müsste man die Auftraggeber all der Morde an Journalisten in den letzten Jahren ermitteln. Das hat aber nie stattgefunden. Ich kann bis heute nicht ganz verstehen, ob das, was mit mir passierte, Einschüchterung war oder der ernsthafte Wunsch, mich umzubringen.

Gibt es in ukrainischen Medien inoffizielle Absprachen dazu, worüber man nicht berichten sollte, bestimmte „verbotene“ Themen?

Auf jeden Fall. 1+1 äußert beispielsweise nie Kritik an Innenminister Arsen Avakow, weil er und der Eigner des Senders, Ihor Kolomojskyj, eine freundschaftliche Beziehung pflegen. Wie ich hat auch der Sender ICTV zum Schmuggel an der Front recherchiert. Obwohl der Beitrag dazu fertig war, wurde er nie gesendet. Es gab weder Beanstandungen noch eine Erklärung, also muss es Zensur gewesen sein.

Wie frei können Journalisten von der Front berichten?

Als wir vor zwei Jahren an der Front waren, gab es noch sogenannte mobile Gruppen zur Schmuggelbekämpfung. Wenn Journalisten sich ihnen anschlossen, gab es kaum Einfluss der Armee. Heute gibt es die Gruppen nicht mehr. Du kannst nicht mitten im Krieg ein freier Künstler sein.

Gibt es Fälle, in denen Journalisten unangenehme Wahrheiten verschweigen?

Es gibt häufig einen ehrlichen, sentimentalen Wunsch, der Armee zu helfen. Doch mit der Unterschlagung unangenehmer Wahrheiten richten Kollegen eher Schaden an. Verschleierung führt zu Machtmissbrauch, Straflosigkeit und vermutlich zu weiteren unaufgeklärten Todesfällen.

Und trotzdem haben Sie Verständnis für die Einschränkung der Pressefreiheit im Krieg?
Im Krieg ist Pressefreiheit kompliziert. Trotz meiner eigenen Situation befürworte ich die Militärzensur. Militäroperationen oder Verluste dürfen aus taktischen Gründen nicht sofort publik werden. Doch aktuell dient diese Zensur anderen Interessen, und zwar dem Verschleiern von kriminellen Machenschaften. Das Hauptproblem bleibt die alles durchdringende Korruption.

Hat die Maidan-Revolution den Journalismus in der Ukraine freier gemacht?

Unsere Situation hat sich nach der Revolution nicht verbessert. Die Gefahr für Journalisten ist permanent gegeben.

Was müsste passieren, damit Sie in die Ukraine zurückkehren können?
Die Gruppe, die gedroht hat, mich umzubringen, muss außer Gefecht gesetzt werden. Denn ich weiß nicht, wie weit diese Leute tatsächlich gehen würden.

Die Fragen stellte Alexander Salenko.

Sicherheit | Video

Die fatale Fahrlässigkeit in der digitalen Welt (14. Juli 2017)

Warum Journalisten beim Informantenschutz dazulernen müssen

Oft sind Journalisten bei heiklen Recherchen auf interne Informanten oder Whistleblower angewiesen. Dabei ist es die Pflicht der Journalisten, ihre Quellen restlos vor Enttarnung zu schützen. Manchmal misslingt das auf fatale Weise, wie der jüngste Fall einer Whistleblowerin aus der NSA gezeigt hat. Vermutlich infolge einer Unvorsichtigkeit der Rechercheure wurde die junge Frau von den amerikanischen Strafverfolgungsbehörden identifiziert und muss jetzt mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen. Ein Fall von unprofessioneller Fahrlässigkeit mit schrecklichen Folgen für die Betroffene. Muss also der Informantenschutz im digitalen Zeitalter auf den Prüfstand? Und was müssen Journalisten dringend dazulernen? Für Message Online hat sich Torben Steenbuck unter Experten für Quellenschutz umgehört.

#nr15 Spezial | Sicherheit

Digital verwundbar (7. Juli 2015)

Spätestens seit der Cyber-Attacke auf den französischen Sender TV5Monde ist klar, welche Macht Hacker über Medien haben können. Wie schützen sich deutsche Medienhäuser vor dieser Gefahr?

Von Janne Görlach

Geheimhaltung sieht anders aus. Im Newsroom des französischen Auslandssenders TV5Monde sind Nutzernamen und Passwörter der Senderaccounts auf Twitter, Instagram und YouTube gut sichtbar an einer Glaswand angebracht. Vor dieser Wand wird ein Mitarbeiter des Senders interviewt. Dieses Bild stammt aus einem Fernsehbeitrag, kurz nach der bislang gravierendsten Cyber-Attacke auf ein Medienunternehmen. Ein Menetekel für Fahrlässigkeit. (mehr …)