#nr19 | Datenjournalismus | Video

Entlastung statt Entlassung (8. September 2019)

Wie Algorithmen Redaktionen Arbeit abnehmen können

von Wiebke Knoche

Dass Algorithmen die Arbeit von Journalisten in naher Zukunft überflüssig machen, ist eher unwahrscheinlich. „Das ist so ähnlich als würde man sagen: Wird die neue vollautomatische Kaffeemaschine alle Köche arbeitslos machen“, meint zumindest Thomas Hestermann, Professor für Journalismus an der Hochschule Macromedia in Hamburg. Fest steht jedoch: Algorithmen kommen auch im Journalismus  immer häufiger zum Einsatz. Vor allem dort, wo Daten entstehen. Sei es im Sport, an der Börse oder beim Wetter. Welche Chancen und Herausforderungen sind mit dem Einsatz von Kollege Computer verbunden? Welche Auswirkungen ergeben sich daraus konkret für die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten? Und wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Wir haben bei Kolleginnen und Kollegen nachgefragt, die den technischen Fortschritt in ihren Redaktion eng begleiten.

Als Ressortleiterin für Multimediale Reportagen in der Gemeinschaftsredaktion der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten beschäftigt sich Stefanie Zenke mit den modernen Möglichkeiten des multimedialen Storytellings. Marcel Pauly ist im Bereich der datengetriebenen Recherche tätig und leitet das Datenjournalismus-Team bei Spiegel Online. Der Schweizer Mathias Born arbeitet als Datenjournalist in der Redaktion der Schweizer Mediengruppe Tamedia. Drei Experten, drei Meinungen.

#nr18 | Handwerk | Video

Ein Werkzeugkasten für freie Journalisten (24. Januar 2019)

Der Handwerker benötigt Schraubenschlüssel, Hammer und Zange, um seine Arbeit machen zu können. Auch das journalistische Handwerk braucht gutes Equipment. Wir werfen einen Blick in den Werkzeugkasten freier Journalisten.

von Laura Rihm

Teil 1: Die juristische Schraubzwinge

Journalisten haben einen Auskunftsanspruch gegenüber allen staatlichen Behörden von Bund, Land und Kommune. Trotzdem haben es freie Journalisten ohne große Redaktion im Rücken manchmal schwerer, an Informationen zu gelangen, weil sie mitunter nicht ernst genommen werden und nicht den gleichen Druck wie eine Medienorganisation aufbauen können. Dennoch gilt: „Freie Journalisten haben genau den gleichen Auskunftsanspruch wie festangestellte Journalisten“, betont Medienrechtler Udo Branahl. Allerdings sei dieser Auskunftsanspruch kein „Jedermannsrecht“. Daher seien speziell freie Journalisten in der Pflicht nachzuweisen, dass sie tatsächlich journalistisch tätig sind. Dieser Pflicht könnten sie mit einem Presseausweis oder einem Legitimationsschreiben einer Redaktion nachkommen. In welcher Form die Informationen übermittelt werden, ist Sache der Behörde. Die Anfragen müssen laut Branahl zwar sachgerecht beantwortet werden, Journalisten können aber kein Interview oder einen O-Ton des Behördenleiters verlangen.

Manchmal könnten Behörden auch Auskünfte verweigern, beispielweise wenn durch sie ein öffentliches oder schutzwürdiges privates Interesse oder Geheimhaltungsvorschriften verletzt würden. Bevor man sich als Journalist aber mit einem solchen Hinweis abspeisen lässt, rät Branahl zu prüfen, ob das Auskunftsrecht nicht doch mit einem höherrangigen Informationsinteresse der Öffentlichkeit zu begründen ist. Weiter könne es im Falle einer Auskunftsverweigerung hilfreich sein, Kontakt zur zuständigen Aufsichtsbehörde aufzunehmen, rät der Medienrechtler.

Kein Auskunftsanspruch besteht hingegen gegenüber Vereinen, Verbänden oder privaten Unternehmen. Doch auch hier gäbe es einen Kniff, erklärt Branahl. Hat der Staat ein solches Unternehmen oder einen Verein mit öffentlichen Aufgaben betreut, so greife erneut die Auskunftspflicht. Branahl nennt ein Beispiel: Ein Schwimmbad ist in der Hand eines Vereins, was vertraglich mit der Gemeinde festgehalten ist. In diesem Fall könne der Verein Stillschweigen bewahren, die Kommune jedoch müsse eine Auskunft erteilen.

Ein weiteres wichtiges Hilfsmittel für Journalisten sei das Informationsfreiheitsgesetz, so Branahl. Dieses Gesetz gelte allerdings lediglich für die Exekutive sprich für Bundes- und teilweise auch Landesbehörden (hilfreich dabei: fragdenstaat.de), nicht jedoch für die Judikative. Einsicht in Gerichtsakten seien demnach für das journalistische Auge tabu. Die Akteneinsicht bei Bundes- und Landesbehörden vor Ort sowie Aktenkopien von bis zu 20 DIN-A-4 Seiten seien kostenlos. Fallen größere Kopien an, so hat die betreffende Behörde die Möglichkeit, die Kosten in Rechnung zu stellen. „Hier können bei großen Aktenmengen bis zu 2000 Euro anfallen“, warnt Branahl. Für freie Journalisten, die auf eigene Rechnung arbeiten, ein Ding des Unmöglichen?

Um hohe Kosten zu vermeiden, rät Branahl, sich nochmals auf den eigentlichen Recherchefokus zu konzentrieren und bisherige Fragen auf das Wesentliche zu reduzieren und in Teilfragen zu untergliedern. „Außerdem kann man sich immer vorab die Kosten der Informationsbeschaffung berechnen lassen“, sagt Branahl.

 

Teil 2: Der thematische Hammer

Werde der Experte auf deinem Berichtsgebiet! Beim Beat-Reporting, wie es im angelsächsischen Journalismus heißt, geht es darum, sich einen speziellen Themenbereich für die eigene Berichterstattung zu erschließen. Buzzfeed News Deutschland hat solche ausgewiesenen Schwerpunktreporter und -reporterinnen. Pascale Müller ist zum Beispiel Reporterin für Sexualisierte Gewalt, Juliane Löffler für alle Themen rund um LGBT* und Feminismus. „Buzzfeed News war meine erste richtige Anstellung“, berichtet Müller. Noch in ihrer Zeit als freie Multimedia-Journalistin habe sie begonnen, zu sexueller Gewalt und Ausbeutung von Erntehelferinnen in der Landwirtschaft zu recherchieren.  Für ihren Artikel „Vergewaltigt auf Europas Feldern“ ist sie mit dem Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus ausgezeichnet worden.

Um Aufmerksamkeit für ein solches Spezialthema zu schaffen, gehöre es dazu, sich selbst als Reporter für genau dieses Thema bekannt zu machen, so Müller. Das funktioniere, indem man nicht nur über das Thema selbst schreibe, sondern auch über die eigene Vorgehensweise, Hintergründe und Quellen der Recherche berichte, beispielweise über Twitter. Als Journalist also zum Selbstdarsteller werden?

„Selbstdarstellung ist so ein unschönes Wort“, kommentiert Juliane Löffler, „wenn man nicht nur für eine Marke, die häufig wesentlich anonymer ist, arbeitet, sondern auch als Reporter für dieses Thema bekannt wird, dann steigt die Chance, dass Quellen aktiv an einen herantreten und die Leserschaft das Thema besser wahrnimmt“. Wichtig sei hierbei die Nutzung von Social Media, da diese als Multiplikatoren bei der Verbreitung der Themen fungierten. „Wir ziehen Informationen zu unseren Themen aus Social Media und spielen sie anschließend wieder zurück, zum Beispiel in bestimmte Facebook-Gruppen von Betroffenen“, erklärt Löffler. Weiter rät sie, sich innerhalb des eigenen Themengebiets Schwerpunkte zu setzen, das erleichtere die Arbeit.

Gerade für freie Journalisten empfehle es sich, öfter mal größere Geschichten zu machen, ergänzt Müller. Lange und aufwendige Recherchen könnten viele Redaktionen im Alltag nicht bestreiten, weil ihnen häufig das dafür zuständige Investigativ-Ressort fehle. „Das sind dann Lücken, in die freie Mitarbeiter stoßen können“, resümiert die Buzzfeed-Reporterin aus eigener Erfahrung. „Meiner Meinung nach kann man seine journalistischen Fähigkeiten besonders gut in Reportagen und längeren Recherchen zeigen und kommt damit in einigen Redaktionen besser an als mit vielen kleinen Geschichten“, sagt Müller. Bleibt noch die Frage, wie man sich eine ausführliche Recherche als freier Journalist überhaupt finanziert.

„Klar, oft reicht es natürlich nicht aus, um damit eine dreiköpfige Familie zu ernähren, eigentlich noch nicht mal eine zweiköpfige“, erzählt Müller. Sie hat sich ihre Recherchen über Stipendien und Stiftungsgelder finanziert und zum Teil auch selbst Geld investiert. Ein regelmäßiges Gehalt sicherte sie sich mit Redaktions- und Nachrichtenschichten bei Tageszeitungen und Onlineredaktionen. „Trotzdem würde ich nichts anders machen.“

 

Teil 3: Das Schweizer Taschenmesser

Reporterin Verena Hölzl lebt seit 2015 in Myanmar und berichtet von dort als freie Korrespondentin über die Entwicklungen des Landes. Ihre Reportagen verkauft sie zum Beispiel der Deutschen Welle, Spiegel Online und der Deutsche Presse Agentur. Hölzl kommt ursprünglich aus Bayern und hat zuvor bei verschiedenen deutschen Zeitungen gearbeitet, solange bis ihr Wunsch, über die fortschreitenden demokratischen Entwicklungen in Myanmar zu berichten, überwog: „Ich bin dann einfach los“, sagt Hölzl, „und als ich erst einmal vor Ort war, lief es auch gut“. Als freie Reporterin im Ausland sei es wichtig, Geduld mitzubringen und leidensfähig zu sein, denn vor Ort sei man komplett auf sich alleine gestellt, vieles laufe nicht so effektiv wie in Deutschland und keine Redaktion fühle sich für einen zuständig.

Im Ausland seien Recherchen zudem sehr viel teurer als in Deutschland: „Du brauchst einen Fahrer, ein Visum, einen Übersetzer. Das sind Situationen, die deutsche Redakteure und Redaktionen so nicht kennen und die man ihnen erst einmal verklickern muss“, so die Auslandskorrespondentin. Bis die nötige Überzeugungsarbeit geleistet sei, müsse sie daher oft finanziell in Vorleistung treten. Doch Hölzl betrachtet das als Investition in ihre Karriere. Auch wenn der Weg als freie Korrespondentin im Ausland nicht leicht sei, würde sie ihre Entscheidung jederzeit wieder treffen: „Ich habe nie das Gefühl, dass ich auf diesen Job keine Lust mehr habe. Er ist aufregend und macht glücklich.“ Doch wie kommt man in einem fremden Land, dessen Sprache man nicht spricht, überhaupt zu Geschichten, die sich an deutsche Redaktionen verkaufen lassen? Oft sei es hilfreich, sich an der deutschen Medien-Agenda zu orientieren, so Hölzl, und die Themen dann auf eine Meta-Ebene zu heben. Aus einer Geschichte ergebe sich dann oft schon die Nächste. „Mein Themenradar ist rund um die Uhr aktiviert. Manchmal ist das ziemlich anstrengend, weil man auch am Samstagabend um 22 Uhr im Arbeitsmodus ist“, berichtet Hölzl. Doch das Modell des freien Auslandjournalisten könne man nur einheitlich leben.

Als freie Reporterin im Ausland müsse man sich außerdem als ein kleines Unternehmen bergreifen: „Das ist schon ein Job, bei dem man sehr viel Geschäftssinn mitbringen muss, sonst wird man erdrückt oder beutet sich selber aus. Und auch wenn man sich diesen Geschäftssinn irgendwann angeeignet hat, ist es immer noch schwer genug, seine Forderungen durchzusetzen“, so Hölzl. Um ihre Geschichten zu verkaufen, bietet sie sie mehreren Redaktionen gleichzeitig an. „Irgendjemand sagt dann meistens Ja“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Den Wert der eigenen journalistischen Arbeit schätzen und vor allem verkaufen zu lernen, ist eine Fähigkeit, die sich freie Journalisten antrainieren sollten. Und sie sollten auch noch etwas anderes mitbringen…

 

Teil 4: Die zeitliche Feile

„Gerade der Freiberufler muss auf vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen“, sagt der Freelancer Henry Steinhau, „deshalb müssten freie Journalisten ein gutes Zeitmanagement haben“. Zu viele verließen sich hierbei auf ihr Bauchgefühl und das könne täuschen. Steinhau arbeitet selbst als freier Journalist in Berlin und ist Mitglied beim Berufsverband Freischreiber. Im Austausch mit anderen freien Journalisten erfährt er, dass sie häufig Zeit für Aufgaben aufbringen, in die eigentlich nicht so viel Zeit fließen dürfe. Genauso sei es, wenn man sich in Themen verliebe, deren Berichterstattung nur schlecht honoriert werde. „Man muss sich oft selbst reflektieren und überprüfen, ob das, was man macht auch wirtschaftlich vernünftig ist“, rät Steinhau.

Die Freischreiber haben daher in Kooperation mit zwei Programmierern Ende 2017 eine Online-Datenbank eingerichtet, in der Journalisten ihre Gehälter und Honorare sowohl anonym eintragen als auch recherchieren können. Zwar seien die Daten nicht repräsentativ für die deutsche Medienlandschaft, könnten jedoch ein Anhaltspunkt für zukünftige Gehaltsverhandlungen sein, heißt es auf der Webseite www.wasjournalistenverdienen.de.

Ist die Höhe des Honorars dann bekannt, sei es wichtig, dieses mit dem Zeitaufwand gegenzurechnen und sich die Arbeitszeiten für jedes Projekt exakt zu notieren. Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in verdi schlägt eine „Arbeitszeit-App“ vor, die Journalisten helfen soll, ihre Arbeitszeit zu dokumentieren. Auch Steinhau setzt auf digitale Tools, die sich durch eine Cloud mit dem Handy, dem Tablet oder dem PC synchronisieren und so jederzeit abrufbar sind. Als Beispiele nennt er „Tyme 2“ und „Timer“. Diese Programme ermöglichten es, eigene Projekte, Aufgaben und Kategorien zu definieren und die dafür angewandte Zeit minutengenau aufzuzeichnen, zu editieren und sich anschließend als Bilanz ausgeben zu lassen. Wer seine aufgebrachte Zeit in einem Balken- oder Kreisdiagramm sieht, so Steinhau, entwickle ein besseres Gefühl dafür, welche Arbeitsaufträge sich tatsächlich lohnen. Außerdem wird ersichtlich, inwiefern die tatsächliche Arbeitszeit die gesetzliche festgelegte Arbeitszeit für Redakteure von 36,5 Stunden pro Woche, überschreitet.

Frank Keil ist ebenfalls Mitglied der Freischreiber und als freier Kulturjournalist in Hamburg tätig. Er macht sich für einen offenen Dialog unter freien Journalisten stark, um so bessere Arbeitsbedingungen für alle zu erwirken. „Der Austausch innerhalb des Berufsverbandes ist wichtig, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Tagessätze in welcher Branche angemessen sind. Ein Fotograf hat zum Beispiel einen höheren Tagessatz als Schreiberlinge“, so Keil. Man dürfe als freier Journalist nicht in dem romantischen Gedanken versinken, nur des Schreibens Willen zu schreiben, fügt Henry Steinhau hinzu. Vielmehr müsse man sich als Mini-Unternehmen verstehen. Ein effektives Selbstmanagement sei hierfür ein wichtiger Bestandteil.

 

Video

Nachrichten als Webvideos: Spielerei oder vielversprechendes Zukunftsfeld? (22. Oktober 2017)

Auf den bisher eher textlastigen Online-Auftritten von Verlagshäusern spielen Videos eine immer größere Rolle. Wo macht der Einsatz von Bewegtbild Sinn und wie viel Know-how und technisches Equipment sind dafür notwendig?

von Partrick Albrecht und Sophie Rhine

Um den Leserschwund bei Print zu kompensieren, probieren Verlage neue Ausspielkanäle aus: Mit Social-Media erreichen sie insbesondere junge Zielgruppen anzusprechen. Hinzu kommen verstärkt auch Videos. Laut Stanley Vitte, Referent für Online-Kommunikation bei Vor Ort NRW, dem Startup-Lab für digitale Lokalmedien bei der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM NRW), haben mittlerweile alle Medienunternehmen das Potenzial von Bewegtbild erkannt.

Dennoch gehen lokale Zeitungshäuser zum Teil noch etwas zögerlich mit der Thematik um. Andere hingegen testen die neuen Möglichkeiten engagiert aus. So gründete die Rheinische Post aus Düsseldorf vor drei Jahren eine eigene Videoredaktion, die zunächst nur aus einer Redakteurin, Sarah Biere, bestand. Biere schnappte sich 15 Smartphone-Pakete und verbreitete die neue Idee in den verschiedenen Lokalredaktionen. „Natürlich ist da nicht jeder direkt begeistert von, aber wenn man den Kollegen die Scheu nimmt und sie merken, dass da echt gute Sachen bei rauskommen, lecken viele schnell Blut“, berichtet die Videoredakteurin. „Wir haben mittlerweile in allen größeren Redaktionen fitte Leute sitzen, die uns gutes Material liefern.“ Heute besteht die Videoredaktion aus einem vierköpfigen Team, das täglich mit Smartphones und ab und an mit Spiegelreflexkameras unterwegs ist. So werden pro Tag um die fünf Videos produziert. Von 90-sekündigen Features bis hin zu eigenständigen Reportagen ist alles dabei. Der Fokus liegt dabei auf lokalen Themen und Ereignissen. Agentur- bzw. externe Videos sollen möglichst nur bei bundesweiten oder globalen Themen benutzt werden.

Auch das Hamburger Abendblatt hat nach eigenen Angaben Videoredakteure für die Bewegtbildberichterstattung abgestellt und mit der „Chefvisite“ oder der HSV-Videoshow wiederkehrende Formate im Online-Auftritt installiert. Bei der Neuen Westfälischen  aus Bielefeld gibt es laut Christian Lund, dem stellvertretenden Leiter der Digitalredaktion, keine eigene Videoredaktion. Jeder Redakteur sei dazu angehalten, nach Möglichkeit kleinere „quick and dirty“ Clips mit dem Smartphone zu drehen. Regelmäßig würden Videos von Unfallorten oder Video-Interviews mit Trainern und Spielern des lokalen Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld veröffentlicht. Ein ausgelagerter Schnitt an eine Tochterfirma ermöglicht aber auch längere Beiträge wie Kochshows der Wahlcheck-Videos.

Einig sind sich die Redaktionen auf jeden Fall in der Wahl ihrer Ausrüstung: Möglichst klein und unkompliziert. Dementsprechend ist das Smartphone die naheliegende Lösung. Auf eine größere und aufwändigere Ausstattung wird in der Regel bei schwierigen Licht- und Tonverhältnissen zurückgegriffen. Doch die Vorteile des Mobile Reporting, also dem Drehen mit dem Smartphone oder iPhone, überwiegen: einfache Handhabung, leichtes Equipment und weniger Scheu bei Ansprechpartnern. Zumal die Qualität der entstandenen Bilder bei richtiger Anwendung einer professionalen Kamera-Ausrüstung in Nichts nachsteht. Doch sind gelernte Zeitungsjournalisten von heute auf morgen in der Lage, zusätzlich zum Text auch Videomaterial zu liefern? Insbesondere dann, wenn es an Manpower und Geld fehlt, um eigene Videoredaktionen ins Leben zu rufen?

Marc Schulz, Experte für digitales Bewegtbild in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Medien Holding Nord GmbH, zu der unter anderem der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag  und die Neue Osnabrücker Zeitung gehören, sieht besonders beim Mobile Reporting Schwierigkeiten: Als Alltagsgegenstand verleite ein Smartphone zu der Annahme, dass Aufnahmen hiermit einfacher und quasi von Jedermann zu produzieren seien. Das stimme jedoch nicht: „Auch das Smartphone muss von jemandem bedient werden, der es kann, sonst sind da deutliche Qualitätsunterschiede sichtbar“, sagt Schulz. Das Zubehör sei zwar erstmal kostengünstiger, aber die Rechnung gehe auf Dauer nicht auf. „Für Social Media ist das Smartphone vollkommen ausreichend, aber in der Nachbearbeitung für andere Kanäle braucht man für das Material viel mehr Arbeitszeit, wodurch sich letztendlich doch die professionelle Ausrüstung rentiert.“ Björn Staschen, Journalist im NextNewsLab des Norddeutschen Rundfunks (NDR), vertritt da eine ganz andere Meinung. Sowohl das Smartphone als auch das Know-How der Zeitungsredakteure reiche aus, um hochwertige Videos zu produzieren.

Stanley Vitte von der LfM sieht die Unbedarftheit von Print-Redakteuren im Bereich des Videojournalismus noch differenzierter: Fernsehhäuser hätten zwar die geschulteren Leute, was insbesondere für längere Beiträge auch nötig sei. Jedoch könne in Verlagen unvoreingenommener an neue Formate und Entwicklungen – zum Beispiel Beiträge im Hochformat – herangegangen werden.

In diesem Bereich sieht die Videojournalistin Biere von der Rheinischen Post die zukünftige Entwicklung in ihrer Redaktion: Die lokalen Beiträge sollen zwar vertreten und verstärkt werden, aber als wichtigste Plattform sieht sie nicht mehr die klassische Internetseite. Dort würden die Videos als selbstverständlich erachtet, aber oft als Zusatzinformation abgetan und übersprungen. Die Konsumenten, die sich wirklich Videos angucken wollen, würden gezielt entsprechende Plattformen wie YouTube und zunehmend auch Instagram besuchen.

Der Videojournalismus ist in vielen Zeitungshäusern in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut worden. So können zum Teil gute Standards und Qualität nachgewiesen werden, was durch hohe Klickzahlen und positives Feedback von den Konsumenten honoriert wird. Noch stecken die Strukturen für professionellen Videojournalismus in den Verlagen laut NDR-Journalist Staschen aber in den Anfängen. Um diese Entwicklungen weiter voran zu treiben, ist es unumgänglich, das Bewusstsein der Redakteure konsequent dahingehend zu schulen, wie Videos die üblichen Textbeiträge bereichern können und welche Themen sich im Bewegtbild gut umsetzen lassen.

Der Umstieg sollte den Redakteuren dank der immer leichter zu handhabenden Technik nicht allzu schwerfallen. Denn im Grunde wird durch ein Video nichts anderes erzählt, als auch durch einen Text: Eine Geschichte, eine Nachricht, Emotionen. Die Grundlage ist dieselbe: Recherche.

 

Checkliste Video für das Web

  • Ausführliche Recherche: Was ist die Geschichte? Was soll vermittelt werden? Wo ist der rote Faden?
  • Marktforschung: Was interessiert die Konsumenten? Was wollen sie sehen? Auf welchen Kanälen?
  • Mehrwert statt Mehrarbeit: Wo kann ein Video ergänzen und neue Einblicke gewähren?
  • Team bilden: Nicht jeder Redakteur muss und will sich mit Video beschäftigen. Es müssen die Leute gefunden werden, die mit Engagement dahinterstehen.
  • Schulungen: Neues Wissen vermitteln und festigen und technische Neuerungen kennenlernen.
  • Mut haben: Neue Formate und Kanäle testen.
  • Ausrüstung anpassen: Was ist das Ziel und womit kann es am besten erreicht werden?
  • Eigenheiten fokussieren: Welche Themen können nur wir darstellen? Lokale Themen identifizieren.
  • Weg vom TV: Andere Formate. Andere Themen. Anderes Storytelling mit Persönlichkeit statt Anonymität.

 

 

Audio | Datenjournalismus | Video

Programmieren als Königsdisziplin (14. August 2017)

Wer als Journalist etwas auf sich hält oder sich auf einem Zukunftsmarkt beweisen möchte, tippt mit Software-Entwicklern um die Wette. Aufwendig entwickelte Programme sammeln riesige Datenmengen auf Webseiten, die Journalisten gezielt auswerten. „Web Scraping“ heißt das neue Zauberwort und „Python“ ist die Sprache der Wahl. Was ist von dem Datenboom zu halten? Fünf Journalisten und Programmierer über die Erfahrungen aus einem Einsteigerworkshop im Coden

von Louise Sprengelmeyer und Mira Taylor

Programmieren ist kein Hexenwerk, verlangt aber Ausdauer. Die kann sich später auszahlen, denn: Wer als Journalist programmieren könne, sei auf dem Arbeitsmarkt deutlich im Vorteil, sagt Patricia Ennenbach, Freie Online- und Radiojournalistin beim WDR. Ennenbach stellte sich vor einigen Jahren dem technischen Neuland. Mit dem Tippen einzelner Befehle in die Kommandozeile startete sie, mittlerweile gibt sie Einsteigerworkshops zum Programmieren mit Python, Pandas und Django. Erste Schritte mit Python konnten Journalisten auf der diesjährigen Jahrestagung von Netzwerk Recherche im Workshop „Code like a journalist“ lernen. Nicht nur für Datenjournalisten sei Programmieren – oder Coden – wichtig, sondern auch für klassische Onlineredakteure, erklärt Workshop-Leiterin Ennenbach hinterher Message Online.

Fotos, Grafiken und Videos gehören zu den Standardelementen von Journalismus im Netz. Datenjournalisten können mit Kenntnissen im Coden einen Schritt weitergehen und Grafiken programmieren, in denen User Informationen, die für sie individuell wichtig sind, selbstständig mit wenigen Klicks durchforsten und sich in die Analyse der Daten vertiefen können. Überregionale Geschichten lassen sich so für den einzelnen User runterbrechen – individuelle statt unspezifischer Information. Aus einer großen Geschichte entstehen unzählige kleine.

 (O-Ton: Patricia Ennenbach, Freie Online- und Radiojournalistin beim WDR)

Journalisten sollten sich im Klaren sein, was Programmierer mit einigen Zeilen Code alles erreichen könne, sagt Stefan Wehrmeyer, Datenjournalist beim Recherchezentrum Correctiv und Betreiber der Webseite FragDenStaat.de. Gleichzeitig sollten Programmierer ein Grundverständnis journalistischer Arbeitsweisen haben: Ab welchem Punkt werden nackte Zahlen zu einer Story?

Um Daten zu analysieren, hilft Jupyter Notebooks. Die Software bietet den Vorteil, dass nicht nur Computer, sondern auch Menschen mit dem getippten Code etwas anfangen können. Für Journalisten werden Analyseschritte und -ergebnisse angezeigt und das System kann den Code für die Datenanalyse ziehen.

Neben einem generellen Grundverständnis für das Coden ist es für Journalisten ebenso sinnvoll, einige Zeilen Quelltext selber schreiben zu können, sagt Software-Entwickler Felix Ebert. Für die Süddeutsche Zeitung Online programmierte er das Webspecial „Der Facebook-Faktor“. Wer selbst ein paar Zeilen Code schreiben kann, ist unabhängig: Wer weiß, was möglich ist, kann Projekte wie den „Facebook-Faktor“ skizzieren und mit einem erfahrenen Programmierer bauen. Das bestätigt auch Correctiv-Redakteur und Software-Entwickler Simon Wörpel: Sobald die Datenanalyse und -visualisierung veröffentlicht wird, sollten Journalisten mit Spezialisten zusammenarbeiten.

Programmierfähigkeiten eignet sich der fleißigste Schüler nicht an einem Nachmittag an. „Ohne konkrete Anwendung lernt man das nicht“, sagt Wörpel und hat einen Tipp für alle Einsteiger: „Überleg dir etwas aus deiner alltäglichen Arbeit als Journalist, was du mit einer kleinen Programmierung automatisieren kannst.“ Zunächst über einzelne Schritte Buch führen und erst dann mit dem Coden beginnen, sei die richtige Reihenfolge, sagt Wörpel. Schritt für Schritt könnten so Arbeitsabfolgen optimiert werden. Auf Correctiv erklärt der Datenexperte in Video-Tutorials nützliche Programme, mit denen Lokaljournalisten Daten nutzen können.

Insbesondere Web-Scraping – also das automatisierte Lesen und Speichern von Daten – reduziert die Arbeitsstunden für Datenjournalisten erheblich. In vielen Fällen werden Daten in geschlossenen PDF-Dateien ins Netz gestellt und können nur händisch – oder mithilfe kostenpflichtiger Tools – analysiert werden. Falls sich keine CSV-, XML- oder API-Formate auftreiben lassen, kann mithilfe einer Sprache wie Python ein Web-Scraper programmiert werden, der die relevanten Fakten aus Datenmassen bequem extrahiert. Slideshare und ProPublica halten dazu hilfreiche Tipps bereit.

Erfolgserlebnisse wie ein Schreiner

Am Anfang müssten Anfänger verstehen lernen, dass der Computer den Code exakt auslese, erklärt WDR-Datenjournalistin Ennenbach. Befehle müssten genau getippt werden: so bedeute etwa eine eckige Klammer etwas Anderes als eine runde. Vor dieser peniblen Genauigkeit dürften Journalisten keine Angst haben, betont Ennenbach. Die Logik einer Programmiersprache zu durchschauen, sei eine Hürde, die gut zu überwinden ist, findet Claudia Pupo Almaguer, die als Freie Journalistin beim MDR arbeitet. Die Journalistin lernte bei Ennenbach erste Schritte im Coden.

„Auch wenn du eine Frau bist, nie einen Mathe-Leistungskurs hattest und dich um die Statistik-Vorlesungen in deinem Studium gedrückt hast, kannst du programmieren lernen“, sagt WDR-Datenjournalistin Ennenbach. Alles im Befehlsfenster – dem sogenannten Terminal – zu erledigen, kann für Anfänger ungewohnt sein. Monika Gemmer, Journalistin bei der Frankfurter Rundschau, fand es zunächst schwierig, sich in die Funktionsweise von Python hineinzudenken. Dennoch rückt sie nicht von ihrem Ziel ab, programmieren zu lernen.

 (O-Ton: Monika Gemmer, Journalistin bei der Frankfurter Rundschau)

Immer mehr Journalisten versuchen, ein grundlegendes Verständnis vom Programmieren in ihr Standard-Repertoire zu integrieren. Schnelle Erfolgserlebnisse motivieren ebenso wie ein fertiggestelltes Projekt.

(O-Ton: Karsten Schmehl, Buzzfeed)

Python – Das Alphabet für Datenjournalisten

Genauso wie Menschen Englisch, Spanisch oder Griechisch sprechen, können Journalisten zwischen mehreren Programmiersprachen wählen, fasst Linux-Fan Wörpel zusammen. Heutzutage könnten mit unzähligen Sprachen vergleichbare Ergebnisse erzielt werden. Webentwickler und Datenjournalist Simon Jockers erklärt:

(O-Ton: Simon Jockers, Webentwickler und Datenjournalist)

Python sei eine einfache Programmiersprache, sagt Correctiv-Kollege Wehrmeyer: „Das Schwierigste ist immer die Installation.“ Um das Problem aus der Welt zu schaffen, hat WDR-Datenjournalistin Ennenbach eine Installationsanleitung der wichtigsten Programme für Journalisten auf Github gestellt. Schritt für Schritt werden die einzelnen Programme installiert: Python und Python Packages, Notebooks, Vitualenv, Librarys und der Texteditor Gedit.

Programmier-Tipps für Einsteiger

Auf CodeCademy stehen Workshops zu HTML und CSS, zu JavaScript, Git und Python bereit. Eine Zeitangabe verdeutlicht den hohen Lernaufwand: Zehn Stunden für den Einstieg in HTML und CSS, ganze 13 Stunden für erste Befehle mit Python. Mit HTML werden Inhalte programmiert, mit CSS Präsentationen gefertigt und JavaScript dient der Interaktivität. HTML-Seiten sind statisch, damit sich aber der Inhalt einer Seite bei einem Klick auf einen Button verändert, muss die Seite dynamisch sein. Dafür gibt es Python oder JavaScript. Neben CodeCademy sind Foren wie HtmlDog und Molily hilfreiche Begleiter für den Einstieg. Für die Kernarbeit der Datenanalyse reichen die Programmiersprachen R oder Python aus.

Besonders für Python gebe es eine große Learning-Community, sagt Wörpel. Die derzeit besten Onlinekurse richteten sich häufig an Frauen, seien für Männer aber genauso hilfreich. Diese Tutorials fangen laut Wörpel bei null an und erklären die einzelnen Schritte verständlich in einer sinnvollen Reihenfolge. WDR-Journalistin Ennenbach empfiehlt DjangoGirls für Neueinsteiger. Auf Twitter liegen weitere Tipps versteckt: Unter dem Hashtag #ddj tauschen sich Datenjournalisten regelmäßig aus.

Moocs sei eine weitere gute Plattform, um Fähigkeiten im Coden auszubauen, sagt Datenjournalist Wehrmeyer. Und wenn es mal Probleme gibt, helfe die Crowd weiter. Auf die meisten Fragen gebe es im Netz bereits Antworten: „Es gibt eigentlich keine gute Ausrede, nicht mit dem Programmieren anzufangen oder es wenigstens zu probieren.“ Ennenbach stimmt Wehrmeyer zu: „Dann kann man sich zu Hause hinsetzen, hat ein neues Hobby und kann abends coden.“

Sicherheit | Video

Die fatale Fahrlässigkeit in der digitalen Welt (14. Juli 2017)

Warum Journalisten beim Informantenschutz dazulernen müssen

Oft sind Journalisten bei heiklen Recherchen auf interne Informanten oder Whistleblower angewiesen. Dabei ist es die Pflicht der Journalisten, ihre Quellen restlos vor Enttarnung zu schützen. Manchmal misslingt das auf fatale Weise, wie der jüngste Fall einer Whistleblowerin aus der NSA gezeigt hat. Vermutlich infolge einer Unvorsichtigkeit der Rechercheure wurde die junge Frau von den amerikanischen Strafverfolgungsbehörden identifiziert und muss jetzt mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen. Ein Fall von unprofessioneller Fahrlässigkeit mit schrecklichen Folgen für die Betroffene. Muss also der Informantenschutz im digitalen Zeitalter auf den Prüfstand? Und was müssen Journalisten dringend dazulernen? Für Message Online hat sich Torben Steenbuck unter Experten für Quellenschutz umgehört.

#digijour2015 | Dokumentation | Video

Defizite, Chancen, Herausforderungen (Video) (7. Dezember 2015)


Quelle: Lecture2go

Defizite, Chancen, Herausforderungen
Anschlussdiskussion zur Keynote von Christian Jakubetz

Dirk von Gehlen (sueddeutsche.de)
Barbara Hans (Spiegel Online)
Christiane Krogmann (tagesschau.de)
Dr. Jan-Hinrik Schmidt (Hans-Bredow-Institut)

Der Beitrag dokumentiert einen Programmpunkt der Tagung „Digitaler Journalismus: Disruptive Praxis eines neuen Paradigmas“, die am 5. und 6. November 2015 unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Lilienthal (Universität Hamburg) in Hamburg stattfand.

#nr15 Spezial | Video

Periscope, Meerkat & Co – Wird Live-Streaming den Journalismus verändern? (16. Oktober 2015)

Live-Übertragungen – das gab es bisher vor allem im Fernsehen. Mit Apps wie Periscope und Meerkat brauchen Journalisten nur noch ein Smartphone, um einen Live-Stream zu starten. Die Zuschauer können liken und kommentieren.

Von Amelie Breitenhuber und Vanessa Karrasch

Derzeit wird noch viel ausprobiert, doch das Potenzial von Live-Streaming-Apps für den Journalismus ist groß. Verschiedene Journalisten und Medien haben bereits gezeigt, dass besonders die Interaktion mit dem Publikum gut funktioniert. Denn über die Live-Videoformate sind die User nah dran an der Redaktion und am Geschehen. Doch der Trend wird auch von einer medienrechtlichen Diskussion begleitet. Wie steht es um Urheberrechte und ab wann braucht man in Deutschland eine Rundfunklizenz?

Medienexperte Alexander Becker (meedia.de) und die Hamburger Anwältin Dr. Petra Hansmersmann (Expertin für Social-Media und Datenschutzrecht) betrachten die Chancen und Risiken von Live-Streaming-Apps.

#nr15 Spezial | Personal Branding | Video

Notwendige Selbstvermarktung oder Personenkult? (11. August 2015)

Eigentlich geht es im Journalismus um gute Geschichten. Die gilt es zu verkaufen. Neueste Kampagnen großer Verlage werben nun aber mit den großen Namen unter den Artikeln. Die Journalisten selbst stehen plötzlich im Vordergrund und erzählen in Werbespots der Zeit oder der Bild am Sonntag, was ihr jeweiliges Medium am besten kann. Auch freie Journalisten versuchen, sich als Marke zu etablieren, um sich im hart umkämpften Markt besser behaupten zu können. Benjamin Breitegger, Max Ginter und Florian Steinkröger haben für Message Online mit Experten gesprochen und um eine Einordnung des Trends gebeten. Neue Egomanie oder eine gute Methode, um Aufmerksamkeit für Journalismus zu schaffen? (mehr …)