Editorial

Liebe Leserinnen, Liebe Leser
Michael HallerLutz Mükke

wir müssten eigentlich an dieser Stelle auf die bedenklichen Tendenzen eingehen, die auf Qualitätsverfall hindeuten und kritisch zu beleuchten wären: der Missbrauch des Interviews für ein marketing-affines Polit-Spektakel (Guttenbergs Selbstdarstellung in der Zeit) oder das ebenfalls marketingaffine Vorabdrucken selbst fabrizierter Bücher (nochmals die Zeit, aber auch das Hamburger Abendblatt und andere Springer-Zeitungen) wie auch das Vermenscheln aktueller Konfliktthemen (rechtsradikaler Terrorismus; der unaufrichtige Bundespräsident) in Fernseh-Talks und Magazinen – und noch vieles mehr.Doch für dieses Mal geht es hier nur um Message. Denn mit dieser Ausgabe vollziehen wir einen Umbau, der auch unser Leseangebot verändern wird: Mit dem Jahreswechsel zog Message von Leipzig an die Universität Hamburg um. Produziert und verantwortet wird Message ab jetzt am Lehrstuhl von Volker Lilienthal, der an der Universität Hamburg die Rudolf Augstein-Stiftungsprofessur innehat, die sich vor allem um die Praxis des Qualitätsjournalismus kümmert.

Das passt. Denn genau dieses Aufgabenfeld bearbeitet Message seit seiner Gründung 1999. Während eines halben Jahrzehnts, bis 2010, wurde Message von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig gefördert, indem die Redaktion überwiegend von Stipendiaten betreut wurde, die dank eines Promotionsstipendiums im Themenfeld Journalistik doktorierten. Für diese Unterstützung sind wir der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig sehr dankbar.

Dass Message im Jahr 2011 bis zum Wechsel nach Hamburg weiter hat erscheinen können, ist verschiedenen Förderern zu verdanken. Ein besonderer Dank geht an die Otto Brenner-Stiftung, die mit einem Zuschuss zu den Produktionskosten die Herausgabe der Ausgaben 3 und 4 tatkräftig gefördert hat.

Das altbewährte Konzept – Forschung und Journalismus in der Message-Redaktion zu vereinen – wird in Hamburg wieder aufleben. Dank der Unterstützung durch die Medienstiftung Hamburg Schleswig-Holstein und dank mehrerer Promotionsstipendien werden wir auch in Zukunft den analytischen Blick der Medienwissenschaft mit dem Erfahrungswissen der Medienpraktiker eng verknüpfen.

Und doch bleibt nicht alles beim Alten. Denn mit dem Wechsel nach Hamburg und der neuen Redaktion (wir werden sie Ihnen in der nächsten Ausgabe vorstellen) verändert sich die Perspektive und erweitern sich die Themenschwerpunkte. Dass dies keine leeren Versprechungen bleiben, dafür wird unser neuer Mitherausgeber Volker Lilienthal schon sorgen. Viele von Ihnen, liebe Leser, kennen ihn bereits seit 2006 aus einem Message-Bericht: Er wurde damals als verantwortlicher Redakteur von epd medien für seine Enthüllung des Schleichwerbeskandals in der Bavaria-Filmgesellschaft/ARD-Vorabendserie »Marienhof« mit dem »Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien« der Leipziger Medienstiftung ausgezeichnet. Seither war er wiederholt auch als Autor in Message zu lesen.

Dass Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, neben den bewährten auch die neuen Themen (in diesem Heft zum Beispiel das durchaus heikle Thema »Journalistenpreise«) zusagen und Sie unsere Berichte und Analysen mit Gewinn lesen, wünschen sich Ihre Message-Herausgeber

Michael Haller

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