Mission Statement

Auch im Zeitalter des Internet wird der Journalismus nicht arbeitslos, im Gegenteil: Er muss die mit der Digitalisierung und Globalisierung verbundenen Trends in sich aufnehmen, also permanent umlernen und doch seinen Funktionsnormen treu bleiben. Hierzu benötigt er profunde Beschreibungen und Analysen als Orientierungshilfe.

Auch die Medienforschung wird auf diese Veränderungen eingehen und den Journalisten mit nutzwertigen Erkenntnissen helfen können. Allerdings benötigen die Medienmacher keine praxisfernen Theorien, sondern brauchbare Untersuchungen, die auf relevante Probleme eingehen und auf die Medienpraxis zugeschnitten sind.

MESSAGE soll nun die auf Brauchbarkeit ausgerichtete Vermittlung zwischen Wissenschaft und Berufspraxis leisten, darin vergleichbar den Fachtiteln in der Welt der Medizin und des Rechts. Im Zentrum stehen sechs miteinander eng verbundene Themenfelder, die in jeder Ausgabe von MESSAGE unter aktuellen Fragestellungen aufgegriffen werden:


Journalistische Berufsrollen


Für was eigentlich halten Sie sich: für einen Informationsmanager oder einen Aufklärer? Für einen Bekenner oder Bekehrer? Oder für einen unterbezahlten Unterhalter? Geht es Ihnen eher um Selbstdarstellung oder um den Spaß am schönen Formulieren? Kitzelt Sie gelegentlich die Macht des öffentlichen Spektakels, oder lastet auf Ihnen die Bürde öffentlicher Verantwortung?

Der Journalistenberuf umfasst verschiedene Rollen. Doch jede Zeit hat ihr eigenes Journalistenverständnis und weist den Medienmachern bestimmte Rollen zu.

Derzeit ernten die investigativen Aufklärer wenig Applaus und recherchierende Journalisten scheitern oftmals am Widerstand der eigenen Redaktion – im Unterschied etwa zu den Leitartiklern und den auf Service oder Lifestyle spezialisierten Blattmachern. Viele Journalisten geben sich recherchefaul, haben aber Spaß am Storyschreiben und Moderieren: eine Folge des Rollenwandels, den man hinnehmen muss?

Was Journalisten über sich denken und wie sie ihre Arbeit verstehen, prägt den Medienprozess – ein Thema, über das in MESSAGE renommierte Publizisten, Journalismusforscher und Zeitgeistkritiker schreiben.  

Journalistische Sprache

»Er sitzt am Fenster, immer sitzt er am Fenster. Abends hat er einen Tisch bestellt beim Rampoldi, mitten in Monte Carlo, einen Tisch am Fenster.« So beginnt die Reportage von Axel Hacke über Wolfgang Joop. Die Jury des Egon Erwin Kisch-Preises 1998 zählte sie zu den zwanzig besten Texten des deutschen Journalismus ihres Jahres.

Gerade der Zeitungsjournalismus bringt immer wieder gelungene Texte hervor, die man mit Gewinn liest. In jeder Ausgabe von MESSAGE finden Sie einen hervorragenden, stilbildenden Erzähltext, dazu eine Textanalyse aus kompetenter Feder.

Dessen ungeachtet greift die Sprachschluderei um sich. Selbst in den so genannten Qualitätszeitungen häufen sich die Sprachfehler. Berichte werden mit Allgemeinplätzen gefüllt, Überschriften mit Sprachklischees getextet. Offenbar mangelt es vielen Redakteuren nicht nur an Sprachbewusstsein, sondern auch am erforderlichen Können. Deshalb befasst sich MESSAGE mit der Journalistensprache besonders intensiv und bringt in jeder Ausgabe eine ausführliche Sprachkritik.

Wie Medien funktionieren

Was wissen Journalisten über die Wahrnehmung dessen, was sie produzieren? Finden kürzere Texte mehr Leser – oder ist es umgekehrt so, dass Zeitungsleser wieder längere Texte wünschen, sofern sie informativ und interessant geschrieben sind? Kann man Nachrichten besser verstehen, wenn die Daten grafisch veranschaulicht werden? Stimmt es, dass sich die Leser an der Aussage der Überschrift orientieren – oder ist es eher der Vorspann? Dienen Kommentare tatsächlich der Meinungsbildung der Leser – oder eher der Selbstdarstellung der Kommentatoren? Und wieviel Vorwissen braucht der Mensch, um etwa die Nachrichten der Tagesschau richtig zu verstehen?

Allgemeiner gefragt: Nehmen die Zuschauer wirklich das für wichtig, was von den Medien als wichtig herausgestellt wird – oder eher das, was sie aufregt? Was wandert in den virtuellen Papierkorb des Vergessens, was bleibt im Gedächtnis haften? Zu welchen Welt-Bildern fügen sich diese Nachrichten in den Köpfen zusammen? Und können die Medienmacher diese Bilder beeinflussen, wenn sie ihre Nachrichten als Infotainment oder als Emotainment präsentierten?

Dies sind ein paar Fragen, die jeden beschäftigen, der trotz Alltagshektik den Kopf nicht verliert. Mit vielen befasst sich die Medienforschung. In MESSAGE steht, was sie an praktisch verwertbaren Ergebnissen zustande bringt. Denn MESSAGE berichtet in jeder Ausgabe über Analysen, Daten und Befunde aus der angewandten Medienforschung. Und in jeder Ausgabe ist auch zu lesen, womit sich die Forschung beschäftigen sollte, wenn sie den Kommunikatoren dienlich sein will.

Journalistisches Handeln

Ethik: Ein Thema nur für fromme Reden im Rotary Club? Vielleicht doch nicht, seitdem wir wissen, dass sich der Journalismus selbst um die Geltung seiner Prinzipien kümmern muss. Denn niemand sonst sorgt sich um die Glaubwürdigkeit der Medien – das teuerste Gut, das der Journalismus zu verlieren hat.

Und wenn es um den Journalistenalltag geht, steht vieles in Frage: die Undercover-Recherche, das Ausfragen oder auch Einschleichen unter falschem Namen, der Einkauf von Informationen mit dem Scheckbuch, der schwindende Respekt vor der Privatsphäre und dem Persönlichkeitsrecht, die Lust am Flunkern, von der man glaubt, dass sie niemandem schade.

Was ist erlaubt? Was darf gelegentlich toleriert werden? Was sollte strikt unterlassen werden? In MESSAGE werden die ethischen Grundlagen des Journalistenberufs an aktuellen Beispielen von Rechercheuren, Redakteuren, Juristen und Medientheoretikern diskutiert. Denn zur Ethik kann man keine Rezepte verordnen, über Ethik muss fortlaufend gesprochen werden im Diskurs der Selbstvergewisserung.

In jeder Ausgabe von MESSAGE wird im übrigen auch die aktuelle Spruchpraxis des Presserats dokumentiert und im Hinblick auf den journalistischen Alltag erörtert.

Trends der Globalisierung

AOLWARNERCNN, Disney, Murdoch und Bertelsmann. Holtzbrinck, WAZ und Springer. Telekom Deutschland und Telecom Italien. Elsevier, Passauer Neue Presse und Ringier. Und NBC und BBC und Canal Plus. Und noch diese und noch jene.

Die globale Vernetzung der Medienproduktion schreitet im Eiltempo voran. Sie wird die Medienlandschaften umpflügen und die Medienmacher zum Umlernen zwingen. Wir müssen darum schon heute wissen, was morgen auf uns zukommt: aus den USA, aus Brüssel und den Nachbarländern. Diesen Informationsbedarf will MESSAGE stillen, denn die »message« von MESSAGE heißt: Internationalität.

Unsere Redaktion arbeitet mit Fachzeitschriften, Forschungsinstituten und Publizisten in Europa und den USA eng zusammen. Sie wird in jeder Ausgabe aktuelle Berichte über Journalismustrends aus den USA und den europäischen Ländern bringen.

Über Online und Multimedia

Sex, Games und E-Commerce: Das kann doch nicht alles gewesen sein. Keine Frage, das kommerzialisierte Internet wandelt sich zum Freizeit-Unterhaltungs-Konsum-Netzwerk. Und doch ist es mittlerweile das wichtigste und wirksamste Informationsmedium für jedermann – ein Medium, von dem mancher glaubt, dass es den Journalismus »entgrenze«, ihn vielleicht sogar entbehrlich mache.

Inzwischen weiß man jedoch, dass der Erfolg der Online-Angebote mehr von den Inhalten als von der Gestaltung abhängt. Das Medium müsse noch journalistischer werden, heißt es heute in zahlreichen Verlagshäusern. Doch wie funktioniert Online-Journalismus? Wie laufen Bild und Text zusammen, welche Informationstiefen sind gefragt, wie sieht eine plausible Hyperstruktur aus?

Viele Internet-Experten spekulieren über die Zukunft des Online-Mediums mit der Miene des Besserwissers, während mancher Online-Producer das Siegerlächeln des Außendienstlers im Gesicht trägt, wenn er über den bevorstehenden Breake-Even seines Angebots zu schwadronieren beginnt.

Gegen diese beiden Typen von Schönrednern möchte MESSAGE mit verwertbaren Trendanalysen und Erfahrungsberichten antreten. Denn Online-Journalismus und Multimedia ist eines der großen Zukunftsthemen, über das sachlich aufzuklären ist – von Fachleuten, Mediaexperten und erfahrenen Journalisten.

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