Pulitzer-Preis
Verstümmelte Veteranen

Der Pulitzerpreisträger David Wood hat verwundete US-Soldaten nach ihrer Rückkehr aus dem Kriegseinsatz in der Heimat begleitet. In einer Serie für die Huffington Post beschreibt er ihr neues Leben.

Von David Wood

Am Anfang existierte bloß eine vage Idee. Ich hatte erlebt, wie im Kampf verwundete Soldaten evakuiert wurden, und mich immer gefragt, was wohl aus ihnen geworden ist. Haben sie überlebt? Wie wurden sie gerettet? Wie läuft ihr Leben seither? Ich hatte keine Ahnung, wie das Projekt über Angehörige der US-Streitkräfte, die bei Kampfeinsätzen im Irak und in Afghanistan verletzt worden waren, umgesetzt werden sollte. Schon gar nicht ahnte ich, dass es mehr als acht Monate dauern würde, die Antworten auf diese Fragen zu finden und sie in einer zehnteiligen Serie mit Videos und interaktiven Grafiken zu verarbeiten.

Mit Sicherheit hätte ich diese Arbeit nicht ohne meine langjährige Erfahrung mit dem Militär machen können. Begonnen hat alles mit Berichten über Guerillakriege in Afrika. Seit 1980 berichte ich von Washington D.C. aus über die Ausbildung der US-Truppen in den Vereinigten Staaten und ihre Einsätze im Ausland – von Korea über Afrika, Zentralamerika, den Mittleren Osten bis Südasien, zuletzt Irak und Afghanistan. Im Laufe der vergangenen dreißig Jahre habe ich mich daran gewöhnt, an der Seite von Soldaten, Marineinfanteristen, Fliegern und Seeleuten zu leben und zu arbeiten.

Unter Marines

Einmal verbrachte ich ein ganzes Jahr mit einem 800 Mann starken Marineinfanteriebataillon, lebte mit den Soldaten in überfüllten Quartieren und begleitete sie bei Kampfeinsätzen – eine Erfahrung, die mir tiefe Einblicke in das Denken, Fühlen und Handeln junger Marines vermittelt hat. Den Wert von so vielen Jahren Berichterstattung in einem Bereich wie dem Militär kann man gar nicht hoch genug einschätzen – wie sich schnell zeigen sollte.

Ich begann zunächst einfach damit, Verwundete zu besuchen. Dazu verschaffte ich mir Zugang zum Walter Reed National Military Medical Center in Washington, wo ich im Rahmen meiner Recherchen viel Zeit im Zentrum für Amputierte verbrachte. In diesem Falle half ein Presseausweis des Militärs, der mir den Zutritt zum Militärkrankenhaus erlaubte. Ich kannte Leute, die dort in gehobenen Positionen arbeiten – also nicht nur den offiziellen Pressesprecher –, und vereinbarte per E-Mail Treffen mit ihnen.

Erfahrung verschafft Glaubwürdigkeit

Als ich zum ersten Mal ins Zentrum für Amputierte kam, wurde ich von einem Wachoffizier der Marineinfanterie empfangen. Er war normalerweise misstrauisch gegenüber Außenseitern, um »seine« Marines zu schützen. Ich stellte mich ihm vor und erzählte ihm von meinen Erfahrungen mit der Marineinfanterie und meinen Berichten über Kampfeinsätze der Marines in Afghanistan. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, weil wir viele gemeinsame Bekannte bei den Marines hatten und es viele Orte gab, an denen wir beide schon einmal gewesen waren. Kurz gesagt, meine Erfahrung verschaffte mir Glaubwürdigkeit. …

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