Die Weißwäscher
Wider die Weichspüler

In der Krise haben PR-Profis oft leichtes Spiel – oder fahren schwere Geschütze auf. Manch ein Journalist resigniert ob der Übermacht. Andere wehren sich. Wieder andere verstehen die ganze Aufregung nicht.

von Lutz Mükke

Ob investigativer Journalismus, Vereinsarbeit oder akademische Journalistenausbildung – unsere Titelstrecke leuchtet in drei Bereiche von Journalismus hinein und zeigt exemplarisch, dass es um Berufshygiene und Abwehrkräfte gegenüber PR nicht allzu gut bestellt ist. PR infiltriert Journalismus zusehends und setzt ihn unter Druck. Leider sind daran oft auch Journalisten selbst beteiligt. Ihr Mantra: Journalismus werde eben zu schlecht bezahlt.

Grenzüberschreitungen gehören mittlerweile zum Tagesgeschäft. Ganz offen treibt beispielsweise die Vereinigung Deutscher Reisejournalisten, einst exklusiver Journalistenverband, ihre Öffnung zur PR-Branche voran; sie sieht sich mittlerweile als eine Art Austausch- und Kontaktbörse, in der Journalisten und PR-Arbeiter miteinander »netzwerken« können.

Mosaiksteine eines Trends

Ganz offen spricht auch Tobias Höhn, Journalistik- und PR-Dozent an der Universität Leipzig, über sein fragwürdiges berufliches Rollenverständnis. Er könne von beiden, von PR und Journalismus, profitieren. Geärgert habe ihn der Punkt 5 im Medienkodex von Netzwerk Recherche: »Journalisten machen keine PR.« Den hält Höhn für »komplett an der Realität vorbei« und verweist auf sein einfaches Rezept: Um Interessenkonflikte zu vermeiden, könne er eben nicht gleichzeitig für einen Auftraggeber PR machen und journalistisch für ihn arbeiten. – Eine schlichte Formel, die auch bei ihm nicht immer aufgeht. Und noch eine Frage bleibt: Müsste nicht gerade in der Ausbildung junger Journalisten ein klares journalistisches Rollenbild vorgelebt werden?

Erfahrungen mit PR ganz anderer Art hat der dänische investigative Journalist Tom Heinemann machen müssen […]

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