»Noch nie so frei gefühlt«

Ungarns Medien werden seit 2011 durch ein restriktives Gesetz in ihrer Freiheit eingeschränkt. Der Sender »Klubrádió« hält trotzig dagegen und berichtet kritisch über die Politik der Orban-Regierung. Doch dem links-liberalen Privatsender droht das Aus.

Ein Radiosender, für den die Menschen auf die Straße gehen: Zuletzt im Januar haben tausende Ungarn in Budapest für den Fortbestand von »Klubrádió« demonstriert. Unter ihnen auch Mitarbeiter des Senders, so die Kulturredakteurin Julia Varadi. Sie weiß noch, was die Zensur der Medien früher unter dem Kommunismus bedeutete. Dennoch beschrieb sie die heutige Lage der Medienfreiheit noch kürzlich als »düsterer denn je«.

Das Budapester Verwaltungsgericht hat die Vergabe der Frequenz 95,3 an einen anderen Sender als rechtswidrig verworfen. Blicken Sie jetzt wieder optimistisch in die Zukunft?

Varadi: Oh Gott, das wäre so schön. Nein, das Urteil besagt nur, dass die Entscheidung, die Frequenz dem sogenannten Autórádió zuzusprechen, unrechtmäßig war. Die endgültige Entscheidung fällt jedoch der Medienrat, und deshalb wissen wir immer noch nicht, wie die Sache ausgehen wird.

Ein Privatsender muss sich aus Werbung finanzieren – wie steht es damit?

Das ist das größte Problem. Auch wenn wir eine Frequenz bekommen, müssen wir hierfür dringend eine Lösung finden. Diese Regierung macht es jedem sehr schwer, auch privaten Unternehmen, irgendetwas zu unterstützen, was nicht pro Regierung ist. Man hat negative Konsequenzen zu befürchten, wenn man Klubrádió unterstützt. Deshalb gibt es fast keine Werbepartner mehr. Es ist aus. Die Unterstützung ist vorbei, der Eigentümer ist pleite und deshalb mussten wir uns an unsere Zuhörer wenden. Und die haben, das erste Mal in Ungarns Mediengeschichte, Geld gegeben, um ein Radio zu erhalten. Es war nicht genug, aber doch so viel, dass wir bisher noch leben. …

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